Tag: Zetsche

BERLIN - APRIL 14: Dieter Zetsche, CEO of Daimler AG, speaks at the company's annual shareholder's meeting at Messe Berlin on April 14, 2010 in Berlin, Germany. Zetsche told shareholders at its annual shareholder's meeting that the maker of Mercedes-Benz cars plans to grow sales at about double the rate of the global car market in 2010. (Photo by Andreas Rentz/Getty Images)

Der Autokonzern Daimler verschärft seinen Kampf gegen Korruption und schafft erstmals einen eigenen Vorstandsposten für „Integrität und Recht“. Das neue Ressort soll extern besetzt werden. Der derzeitige Leiter des Bereichs „Legal & Compliance“, Gero Hermann, kann sich damit keine Chancen auf den Posten ausrechnen. Daimler erweitert mit dem neuen Ressort seinen Vorstand auf künftig sieben Mitglieder. Bisher war das Compliance-Personal direkt dem Vorstandschef Dieter Zetsche unterstellt. Nun wird es künftig einen eigenen Platz im Führungsgremium haben. Der neue Vorstand soll das Management der globalen Rechts- und Compliance-Organisation leiten. Der Konzern wolle bei Regelbefolgung und Integrität neue Standards setzen, sagte Aufsichtsratschef Manfred Bischoff. Der Stuttgarter Autokonzern macht damit als erster Autohersteller die Bekämpfung der Korruption zur Vorstandssache.
Erst im April dieses Jahres hatten die Stuttgarter in den USA rund 180 Millionen Dollar Strafe zur Abwendung eines Korruptionsverfahrens gezahlt. Das amerikanische Justizministerium und die Börsenaufsicht SEC hatten seit 2005 gegen die Daimler AG wegen Zahlung von Schmiergeldern in mindestens 22 Ländern ermittelt. Noch vor der Einigung mit den Behörden richtete Daimler bereits im Jahr 2008 ein neues Ressort Compliance ein. Auch bei den Tochtergesellschaften wachen nun spezielle Mitarbeiter über die Einhaltung von Recht und Gesetz. Außerdem wurden im Zuge der SEC-Ermittlungen mehr als 20 Mitarbeiter entlassen.
Daimler geht damit das Thema offensiv an und folgt dem Beispiel des ebenfalls von der SEC wegen Korruption verurteilten Industriekonzerns Siemens. Der Siemens-Konzern hatte bereits im September 2007 ein eigenes Vorstandsressort zur Korruptionsbekämpfung geschaffen. Auch andere mit Schmiergeldskandalen kämpfende Unternehmen wie MAN und Ferrostaal haben inzwischen eigene Compliance-Ressorts aufgebaut. Zetsche betonte, dass Daimler das Ziel verfolge, eine Unternehmenskultur zu schaffen, die nicht nur die gesetzlichen Anforderungen erfüllt, sondern auch höchsten ethischen Ansprüchen genüge und beispielhaft in der Branche sei.

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