Tag: Vorstand

Thomas Kremer, langjähriger General Counsel von ThyssenKrupp, soll in den Vorstand der Deutschen Telekom wechseln und dort Dr. Manfred Balz als Vorstand für Datenschutz, Recht und Compliance nachfolgen, der im kommenden Herbst in den Ruhestand geht. Das berichtet JUVE.

Kremer begleitete er den Mischkonzern ThyssenKrupp bei der Umstrukturierung des Unternehmens oder im Zusammenhang mit dem Fahrstuhl-Kartellverfahren. Daneben steuerte er die Neustrukturierung der Compliance-Aktivitäten und fungiert nicht nur als General Counsel, sondern seit 2007 auch als Chief Compliance Officer. Kremer kam Mitte der 1990er-Jahre zu Krupp und wurde 2003 Chefjurist. Außerdem ist Kremer Aufsichtsratsmitglied beim Münchner Fahrzeugkonzern MAN und dem Essener Industriedienstleister Ferrostaal.
Neben seiner Arbeit als Chefjurist engagiert er sich in der Corporate Governance Kommission und sitzt heute auch im Vorstand des Bundesverbands der Unternehmensjuristen BUJ. Die Telekom sucht schon seit geraumer Zeit nach einem Nachfolger für Balz. Zwar waren in den vergangenen Monaten immer wieder anerkannte Chefjuristen für den Posten gehandelt worden, doch schien es lange so, als erfolge die Besetzung eher politisch. Mit Kremer bekäme der Konzern einen sowohl in rechtlichen als auch in Managementfragen sehr erfahrenen Nachfolger, der hohes Ansehen genießt.

(nw) Dubiose Finanzgeschäfte haben die HSH Nordbank 2008 in Schieflage gebracht – und dafür müssen sich offenbar alle damaligen Vorstände verantworten. Hintergrund der Ermittlungen sind hochriskante Wertpapiergeschäfte namens Omega 55, die mit einem dreistelligen Millionenbetrag abgeschrieben werden mussten. Als Omega 55 genehmigt wurde, saß Nonnenmacher als einfaches Mitglied im Vorstand, rückte erst ein Jahr später an die Spitze. Auf Drängen der Länder schied er in diesem April aus, nachdem mehrere Skandale die Bank aufgerüttelt hatten. Weil ihm kein Fehlverhalten nachgewiesen werden konnte, erhält er eine Abfindung von mehr als vier Millionen Euro. Die Eigner hatten Aufsichtsratschef Hilmar Kopper aber beauftragt, den Abfindungsvertrag so zu gestalten, dass Nonnenmacher im Fall einer Verurteilung wegen Omega 55 Einbußen bei der Abfindung hinnehmen müsse. Das berichtet die Süddeutsche. Doch diese Einbußen könnten geringer ausfallen, als bisher bekannt, berichtet der Spiegel. Demnach heißt es im Vertrag: ‚Es wird klarstellend festgehalten, dass die Tatsache einer etwaigen künftigen Anklageerhebung durch die Staatsanwaltschaft gegen Prof. Dr. Nonnenmacher für sich genommen die Gesellschaft nicht zur Rückforderung der Leistungen berechtigt‘. Vielmehr müssten neue Erkenntnisse vorliegen, und zwar innerhalb von zwei Jahren. Ausdrücklich ausgeschlossen seien alle Feststellungen, die schon die internen Ermittler der Anwaltssozietät Freshfields zu Omega 55 vorgelegt hatten.

Vier Jahre hat die Staatsanwaltschaft München ermittelt, nun wird das Verfahren gegen den früheren Finanzvorstand von Siemens eingestellt. Damit wird die Schmiergeldaffäre ad acta gelegt, ohne dass ein Topmanager ins Gefängnis geht. Das berichtet der Kölner Stadtanzeiger.
Der 2006 aufgedeckte Siemens-Skandal gilt als die größte Schmiergeldaffäre der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Die juristische Aufarbeitung droht nun aber weitgehend im Nichts zu versanden. Höhepunkt hätte ein Verfahren gegen den früheren Finanzvorstand Heinz-Joachim Neubürger sein sollen.
Gut vier Jahre haben Münchner Staatsanwälte ermittelt und müssen das Verfahren nun einstellen. Neubürger will ein Angebot der Ermittler annehmen, das Verfahren gegen eine Geldauflage einzustellen, erklärte sein Anwalt. Damit wäre der Fall erledigt, ohne dass es zu einer Verurteilung oder Schuldfeststellung gekommen wäre.
Erst im Mai war der Prozess gegen Ex-Vorstand Thomas Ganswindt ebenfalls gegen Zahlung einer Geldauflage von 175 000 Euro beendet worden. Bei Neubürger sind 400 000 Euro im Gespräch. Ursprünglich waren sich die Ermittler sicher, Neubürger nachweisen zu können, von Machenschaften gewusst und sie nicht bekämpft zu haben. Nach Stand der Dinge muss damit kein hochrangiger Siemens-verantwortlicher wegen der Affäre ins Gefängnis oder eine Bewährungsstrafe hinnehmen.

Eine kürzlich in der „Die Presse“ veröffentlichte These von Rechtsanwalt Georg Schima sorgt in Österreich für Diskussionsstoff.

Demnach soll die Bestellung von Christoph Herbst (Aufsichtsratschef der Flughafen Wien AG) zum Vorstandsvorsitzenden der Flughafen Wien AG unter Berufung auf § 90 Abs 2 AktG unwirksam sein. Diese These kann nicht ungeprüft hingenommen werden. Immerhin kann sie für erhebliche Irritationen und Unsicherheit auf Seiten jener Unternehmen sorgen, die mit der Flughafen Wien AG Geschäfte machen, und nicht zuletzt der Flughafen Wien AG erheblich schaden.

Grundsätzlich gilt, dass Aufsichtsratsmitglieder nicht zugleich Vorstandsmitglieder oder dauernde Vertreter von Vorstandsmitgliedern sein können (§ 90 Abs 1 AktG). Nur für einen im Voraus begrenzten Zeitraum kann der Aufsichtsrat ausnahmsweise einzelne seiner Mitglieder zu Vertretern von „behinderten“ Vorstandsmitgliedern bestellen (§ 90 Abs 2 AktG). In dieser Zeit dürfen sie keine Tätigkeit als Aufsichtsratsmitglied ausüben.

Zweck dieser Ausnahmeregelung ist es, dem Aufsichtsrat die Möglichkeit zu geben, eine unerwünschte Vakanz im Vorstand kurzfristig durch den Einsatz von Personen zu überbrücken, von denen der Aufsichtsrat ohne besondere zeitraubende Prüfung und Beratung aus eigener Anschauung und Erfahrung im Laufe der Zusammenarbeit im Aufsichtsrat weiß, dass sie dieser Aufgabe auch tatsächlich gewachsen sind (zit. Strasser in Jabornegg-Strasser, AktG, § 90, Rz 7).

Laut Strasser (a.a.O.) kann sich der Aufsichtsrat unter Berufung auf § 90 Abs 2 AktG für eine sorgfältige Auswahl des Nachfolgers Luft verschaffen, selbst wenn das endgültige Ausscheiden des verhinderten Vorstandsmitgliedes mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist oder gar schon feststeht. Dies soll auch in Fällen gelten, wo durch ein einmaliges Ereignis der gesamte Vorstand mit einem Schlag nicht mehr zur Verfügung steht (z.B. kollektiver Rücktritt, kollektive Enthebung etc.).

Voraussetzung für die Zulässigkeit der Bestellung eines Vorstandsmitgliedes gemäß § 90 Abs 2 AktG ist, dass ein Vorstandsmitglied oder mehrere Vorstandsmitglieder „behindert“ sind. Gemeint ist dabei, dass das jeweilige Vorstandsmitglied an der Ausübung ihres Vorstandsmandats „verhindert“ ist. Georg Schima vermittelt in seiner These den Eindruck, dass § 90 Abs 2 AktG quasi teleologisch reduziert nur bestimmte Gründe der Verhinderung (z.B. Ausfall wegen Tod oder Krankheit) zuließe und insbesondere nicht auf ein Ausscheiden von Vorstandsmitgliedern anzuwenden sei, das der Aufsichtsrat bewusst herbeigeführt habe.

Dieser Standpunkt von Georg Schima findet jedoch keinen Rückhalt im Gesetzeswortlaut. Das Gesetz stellt nicht auf den Grund der Verhinderung ab und beschränkt die Zulässigkeit der Vorstandsbestellung gemäß § 90 Abs 2 AktG nicht auf bestimmte Gründe. Es kommt auch nicht darauf an, ob die Vakanz des Vorstandsmandats auf eine Entscheidung des Aufsichtsrates oder eine solche des ausscheidenden Vorstandsmitgliedes zurückzuführen ist. Strasser und Koppensteiner vertreten deshalb auch den Standpunkt, dass § 90 Abs 2 AktG auch auf Fälle anzuwenden ist, wonach ein Vorstandsmitglied durch Ausscheiden aus dem Vorstand (aus welchem Grund auch immer) dauernd wegfällt (vgl. Strasser, a.a.O, Rz 8).

Es muss – anders im Fall der Vorstandsbestellung durch das Gericht (§ 76 AktG) – kein Vertretungsnotstand bestehen. Vielmehr genügt für die Anwendung von § 90 Abs 2 AktG schon jede, auch nur vorübergehende Vakanz im Vorstand. Ob der Aufsichtsrat im Falle einer Vakanz im Vorstand von § 90 Abs 2 AktG Gebrauch macht oder nicht, liegt in dessen pflichtgemäßem Ermessen (vgl. Strasser, a.a.O, Rz 8 und 11).

Entgegen der These von Georg Schima kann der Aufsichtsrat mE daher auch dann von § 90 Abs 2 AktG Gebrauch machen, wenn er ein Vorstandsmitglied „für ungeeignet oder unfähig“ (zit. Georg Schima) hält, dieses Vorstandsmitglied deswegen das Vorstandsmandat mit sofortiger Wirkung verliert (sei es durch Abberufung, durch einvernehmliche Beendigung des Mandats oder durch Rücktritt des Vorstandsmitglieds) und das Vorstandsmandat dadurch mangels Stellvertreter vorübergehend vakant wird, weil der Vorstandsposten noch nicht anderweitig vergeben wurde.

ME war der Aufsichtsrat der Flughafen Wien AG vielmehr dazu verpflichtet, das vakant werdende Vorstandsmandat durch ein Aufsichtsratsmitglied vorübergehend nachzubesetzen, wäre es doch fahrlässig gewesen, das vakante Vorstandsmandat in turbulenten Zeiten wie diesen (Bauvorhaben Skylink, Wirtschaftskrise etc.) unbesetzt zu lassen. Außerdem kann man dem Aufsichtsrat der Flughafen Wien AG auch nicht abstreiten, dass die Suche nach der geeigneten Vorstandsbesetzung lange dauern kann und alles andere als eine gut überdachte Personalauswahl in dieser Situation ein Fehler wäre.

Ich halte die vorübergehende Bestellung von Christoph Herbst zum Vorstandsvorsitzenden der Flughafen Wien AG daher für zulässig und wirksam.

Matthias Nödl

Der Forderung nach einer stärkeren Berücksichtigung von Frauen bei der Besetzung von Führungspositionen kommt gegenwärtig ein bemerkenswerter Stellenwert zu. Dabei werden neben viel Emotionalität in der Diskussion nicht selten auch die Anliegen gesellschaftspolitischer Natur und betriebswirtschaftliche Anforderungen vermengt.

Der Deutsche Corporate Governance Codex hat im vergangenen Jahr bereitseine entsprechende Empfehlung ausgesprochen. Die EU-Justizkommissarin Viviane Reding hat eine Initiative für einen Anteil von 30 Prozent Frauen in Aufsichtsräten bis 2015 gestartet.

Professor Dr. Ulrich Noack von der Uni Düsseldorf vermutet, dass sich das Thema „Frauenquoten in Unternehmensorganen“ zu einem der zentralen Themen im deutschen und europäischen Gesellschaftsrecht 2011 entwickeln wird. Vor diesem Hintergrund hat der Roundtable des Berlin Center of Corporate Governance (BCCG) 10 Thesen für eine Verbesserung der Corporate Governance durch die Erhöhung des Anteils von Frauen in Führungspositionen entwickelt – und dies wohlgemerkt, obwohl dem Roundtable des BCCG gegenwärtig ausschließlich Männer angehören:

1. Die Berücksichtigung von Frauen bei der Besetzung von Führungspositionen ist wichtiger Baustein eines modernen Diversity-Managements.

2. Für die Berücksichtigung von Frauen bei der Besetzung von Führungspositionen können gesellschaftspolitische und betriebswirtschaftliche Gründe sprechen.

3. Aus Sicht guter Corporate Governance empfiehlt sich die Berücksichtigung von Frauen bei der Besetzung von Führungspositionen, soweit sie im Unternehmensinteresse liegt.

4. Die stärkere Berücksichtigung von Frauen bei der Besetzung von Führungspositionen ist schon angesichts der demographischen Entwicklung ein Gebot betriebswirtschaftlicher Vernunft. Sie kann aber ferner auch deshalb im Unternehmensinteresse liegen, weil die Ausschöpfung des spezifischen Qualifikationspotenzials weiblicher Führungskräfte die Qualität der Unternehmensführung verbessern kann.

5. Eine ausreichende Qualifikation für ein Vorstands- oder Aufsichtsratsmandat ist conditio sine qua non guter Corporate Governance.

6. Bei der Berufung von Frauen in Unternehmensorgane ist zu beachten, dass sich die Anforderungen an Vorstände und Aufsichtsräte unterscheiden.

7. Eine ausreichende Qualifikation für eine Vorstandstätigkeit bedingt in aller Regel eigene Erfahrungen in gehobenen Führungspositionen. Die angemessene Berücksichtigung von Frauen auf allen Leitungsebenen der Unternehmenshierarchie bildet daher das Fundament der Förderung ihrer Repräsentanz im Vorstand.

8. Eine ausreichende Qualifikation für ein Aufsichtsratsmandat kann auf verschiedenen Kompetenzen beruhen und setzt nicht zwingend eigene Erfahrungen im Topmanagement voraus.

9. Die angemessene Berücksichtigung von Frauen bei der Besetzung von Führungspositionen erfordert sowohl gesellschaftliche Veränderungen als auch betriebswirtschaftliche Maßnahmen der einzelnen Unternehmen.

10. Aufgrund der heutigen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen wie auch der betrieblichen Gegebenheiten kann eine angemessene Berücksichtigung von Frauen bei der Besetzung von Unternehmensorganen nur in einem evolutionären Prozess erfolgen. Die Unternehmen müssen hier künftig allerdings eine noch aktivere Rolle übernehmen.
Auf XING empfehlenBeitrag auf XING empfehlen

BOCHUM, GERMANY - JANUARY 23:  ThyssenKrupp CEO Ekkehard Schulz speaks during the annual shareholders meeting at the Ruhrcongress on January 23, 2009 in Bochum, Germany.ThyssenKrupp increased their sales 65 percent to 53 billion Euro in the business year 2008.  (Photo by Patrik Stollarz/Getty Images)

Der scheidende Thyssen-Krupp-Chef Ekkehard Schulz soll in den Aufsichtsrat des Konzerns wechseln. Schulz soll das Amt als Vorstandsvorsitzender mit Ablauf der Hauptversammlung an den ehemaligen Siemens Manager Heinrich Hiesinger übergeben und von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung bei der am Freitag bevorstehenden Sitzung des Aufsichtsrats für das Kontrollgremium vorgeschlagen werden, berichteten Aufsichtsratskreise am Donnerstag und bestätigten damit einen Bericht der „Financial Times Deutschland“ (FTD). Der Manager solle als einfaches Mitglied in den Aufsichtsrat einziehen, hieß es. Ein Unternehmenssprecher wollte den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren.
Der 97-jährige Firmenpatriarch Berthold Beitz schlägt den scheidenden Vorstandschef Schulz für den Aufsichtsrat vor – und verstößt damit nicht einmal gegen den Corporate-Governance-Kodex, denn die Krupp-Stiftung ist mit einem Anteil von 25,33 Prozent wichtigste Großaktionärin des Konzerns. Wenn ein Großaktionär mehr als 25 Prozent der Anteile hält, dann dürfen Vorstände auf dessen Vorschlag direkt in das Kontrollgremium wechseln.
Damit ist die Wahl von Ekkehard Schulz in den Thyssen-Krupp-Aufsichtsrat bei der Hauptversammlung am 21. Januar so gut wie sicher.

STUTTGART, GERMANY - JANUARY 30:  Porsche CEO Wendelin Wiedeking speaks during Porsche's annual general meeting on January 30, 2009 in Stuttgart, Germany. German luxury cars maker was not able to escape the general downward trend in the global automotive industry in the first six months of the current year of business.  (Photo by Miguel Villagran/Getty Images)

Das OLG Stuttgart hat mit Urteil vom 17. 11. 2010 die Berufung zweier Aktionäre der Porsche Automobil Holding SE zurückgewiesen.
Die HV-Beschlüsse vom 30. 1. 2009 über die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat für das Geschäftsjahr 2007/2008 sowie die Neuwahl von Aufsichtsratsmitgliedern und die Vergütung des Aufsichtsrats sind damit rechtmäßig. Die Kläger hatten unter anderem die unzureichende Beantwortung von Fragen bezüglich Geschäften mit Derivaten auf Stammaktien der Volkswagen AG geltend gemacht.
In dem Verfahren hatte das Gericht ausdrücklich nicht die Rechtmäßigkeit der Vergütung des Vorstands oder der Derivatgeschäfte zu beurteilen, sondern ausschließlich die Frage zu klären, ob sich aus den von den Klägern rechtzeitig vorgetragenen Gründen die Fehlerhaftigkeit der angefochtenen Beschlüsse ergibt.
Die Erteilung der Entlastung steht grundsätzlich im Ermessen der Hauptversammlungsmehrheit. Wer eine erteilte Entlastung anfechten will, muss deshalb darlegen, dass sich die Hauptversammlungsmehrheit treuwidrig verhalten hat, indem sie die Entlastung erteilte, obwohl ihr schwerwiegende und eindeutige Rechtsverstöße der zu Entlastenden im Entlastungszeitraum bekannt oder diese für sie zumindest erkennbar waren. Die Bewertung der Regelung der Vorstandsvergütung, war für den Ausgang des Verfahrens zwar unerheblich, das Gericht wies allerdings darauf hin, dass Zweifel bestünden, ob etwaige Rechtsverstöße aus Sicht der Hauptversammlung hinreichend eindeutig gewesen seien. Ein Großteil der Fragen sei vom Vorstand ausreichend beantwortet worden. Soweit die Kläger detaillierte Auskünfte über Umstände im Zusammenhang mit den Derivatgeschäften begehrten, habe sich der Vorstand dagegen zu Recht auf ein Auskunftsverweigerungsrecht berufen.
Volltext der Entscheidung

BERLIN - APRIL 14: Dieter Zetsche, CEO of Daimler AG, speaks at the company's annual shareholder's meeting at Messe Berlin on April 14, 2010 in Berlin, Germany. Zetsche told shareholders at its annual shareholder's meeting that the maker of Mercedes-Benz cars plans to grow sales at about double the rate of the global car market in 2010. (Photo by Andreas Rentz/Getty Images)

Der Autokonzern Daimler verschärft seinen Kampf gegen Korruption und schafft erstmals einen eigenen Vorstandsposten für „Integrität und Recht“. Das neue Ressort soll extern besetzt werden. Der derzeitige Leiter des Bereichs „Legal & Compliance“, Gero Hermann, kann sich damit keine Chancen auf den Posten ausrechnen. Daimler erweitert mit dem neuen Ressort seinen Vorstand auf künftig sieben Mitglieder. Bisher war das Compliance-Personal direkt dem Vorstandschef Dieter Zetsche unterstellt. Nun wird es künftig einen eigenen Platz im Führungsgremium haben. Der neue Vorstand soll das Management der globalen Rechts- und Compliance-Organisation leiten. Der Konzern wolle bei Regelbefolgung und Integrität neue Standards setzen, sagte Aufsichtsratschef Manfred Bischoff. Der Stuttgarter Autokonzern macht damit als erster Autohersteller die Bekämpfung der Korruption zur Vorstandssache.
Erst im April dieses Jahres hatten die Stuttgarter in den USA rund 180 Millionen Dollar Strafe zur Abwendung eines Korruptionsverfahrens gezahlt. Das amerikanische Justizministerium und die Börsenaufsicht SEC hatten seit 2005 gegen die Daimler AG wegen Zahlung von Schmiergeldern in mindestens 22 Ländern ermittelt. Noch vor der Einigung mit den Behörden richtete Daimler bereits im Jahr 2008 ein neues Ressort Compliance ein. Auch bei den Tochtergesellschaften wachen nun spezielle Mitarbeiter über die Einhaltung von Recht und Gesetz. Außerdem wurden im Zuge der SEC-Ermittlungen mehr als 20 Mitarbeiter entlassen.
Daimler geht damit das Thema offensiv an und folgt dem Beispiel des ebenfalls von der SEC wegen Korruption verurteilten Industriekonzerns Siemens. Der Siemens-Konzern hatte bereits im September 2007 ein eigenes Vorstandsressort zur Korruptionsbekämpfung geschaffen. Auch andere mit Schmiergeldskandalen kämpfende Unternehmen wie MAN und Ferrostaal haben inzwischen eigene Compliance-Ressorts aufgebaut. Zetsche betonte, dass Daimler das Ziel verfolge, eine Unternehmenskultur zu schaffen, die nicht nur die gesetzlichen Anforderungen erfüllt, sondern auch höchsten ethischen Ansprüchen genüge und beispielhaft in der Branche sei.

Auf XING empfehlenBeitrag auf XING empfehlen

BONN, GERMANY - MARCH 09: The logo of the German telecoms provider Deutsche Telekom is pictured at twilight at the company's headquarters on March 09, 2010 in Bonn, Germany. (Photo by Kirsten Neumann/Getty Images)

Die erste Frau, die die Deutsche Telekom nach der Einführung ihrer Frauenquote beförderte, verliert ihren Posten bereits wieder. Der Technik- und Innovationsvorstand der Telekom Edward Kozel hat sich für die Versetzung der 37-Jährigen Anastassia Lauterbach entschieden, die in Zukunft die Telekom-Beteiligungsgesellschaft T-Ventures leiten soll. Ihr Nachfolger im Innovationsbereich wird Technikprofi Thomas Kiessling.
Anastassia Lauterbach leitete seit März den Bereich Produkte und Innovationen und war damit die ranghöchste Frau bei der Deutschen Telekom. Den prestigeträchtigen Job hatte Lauterbach die 37-Jährige zwar zunächst nur kommissarisch übernommen. Dies geschah jedoch vor dem Hintergrund, der ihr Vorgesetzter, der Technik- und Innovationsvorstand Edward Kozel zu der Zeit noch gar nicht im Amt war. Nun hat er sich gegen die ehemalige McKinsey-Beraterin entschieden.
Lauterbach, die intern wegen ihres dominanten Auftretens nicht unumstritten ist, wird künftig die Telekom-Beteiligungsgesellschaft T-Ventures leiten und ist für strategische Partnerschaften und die Integration von Übernahmeobjekten verantwortlich. In Konzernkreisen wird die Versetzung von manchen als Degradierung empfunden. Dieser Darstellung widerspricht die Telekom jedoch. Der neu geschaffene Posten habe eine große strategische Bedeutung für den Konzern, den Vorstandschef René Obermann zum bevorzugten Partner der Internetwirtschaft entwickeln will. Dafür seien Kooperationen mit Entwicklern und Investitionen in neue Geschäftsideen – wie sie Lauterbach nun verantwortet – entscheidend.
Dennoch verbessert das Personalkarussell im Ergebnis auch die Frauenquote der Telekom: Personalchefin des Technikbereiches wird Rita Lietzke, die seit dem Jahr 1995 bei der Telekom arbeitet und nun in das Führungsteam der 70 Topmanager des Konzerns aufsteigt.
Auf XING empfehlenBeitrag auf XING empfehlen

Stefan Ortseifen, former CEO of German industrial bank Deutsche Industriebank (IKB) waits for his verdict in a courtroom in Duesseldorf July 14, 2010. Ortseifen, was found guilty of market manipulation in one of the first white-collar convictions in the aftermath of the 2007 subprime crisis. Ortseifen was fined 100,000 euros and received a ten month suspended jail sentence on Wednesday for misleading investors about the perilous state of IKB's finances two years ago. REUTERS/Wolfgang Rattay (GERMANY - Tags: BUSINESS CRIME LAW) IMAGES OF THE DAY)

Erstmals ist ein Top-Banker in Deutschland im Zusammenhang mit der Finanzkrise verurteilt worden. Das Landgericht Düsseldorf hat heute den ehemaligen IKB-Vorstand Stefan Ortseifen wegen Börsenkursmanipulation zu einer Bewährungsstrafe von zehn Monaten und einer Geldbuße in Höhe von einhundert tausend Euro verurteilt.
Der Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Marco Cabras sagte im WDR, das Urteil gäbe Anlegern und der IKB gute Argumente in die Hand, gegen Allerdings den früheren Vorstandsvorsitzenden Schadenersatzansprüche vorzubringen.
Das Landgericht sah es als erwiesen an, dass er Ortseifen die Lage der IKB noch kurz vor deren Zusammenbruch in einer Pressemitteilung im Juli 2007 irreführend beschönigt habe.


Kontakt

Wir freuen uns über Ihre Nachricht. Ein Mandatsverhältnis kommt hierdurch noch nicht zustande.

Name
Email
Message

Ja! Ihre Nachricht wurde versandt.
Eingabefehler! Etwas scheint mit Ihren Einträgen nicht zu stimmen.
Impressum

©Rechtsanwaltskanzlei Niko Härig