Tag: Telekom

Thomas Kremer, langjähriger General Counsel von ThyssenKrupp, soll in den Vorstand der Deutschen Telekom wechseln und dort Dr. Manfred Balz als Vorstand für Datenschutz, Recht und Compliance nachfolgen, der im kommenden Herbst in den Ruhestand geht. Das berichtet JUVE.

Kremer begleitete er den Mischkonzern ThyssenKrupp bei der Umstrukturierung des Unternehmens oder im Zusammenhang mit dem Fahrstuhl-Kartellverfahren. Daneben steuerte er die Neustrukturierung der Compliance-Aktivitäten und fungiert nicht nur als General Counsel, sondern seit 2007 auch als Chief Compliance Officer. Kremer kam Mitte der 1990er-Jahre zu Krupp und wurde 2003 Chefjurist. Außerdem ist Kremer Aufsichtsratsmitglied beim Münchner Fahrzeugkonzern MAN und dem Essener Industriedienstleister Ferrostaal.
Neben seiner Arbeit als Chefjurist engagiert er sich in der Corporate Governance Kommission und sitzt heute auch im Vorstand des Bundesverbands der Unternehmensjuristen BUJ. Die Telekom sucht schon seit geraumer Zeit nach einem Nachfolger für Balz. Zwar waren in den vergangenen Monaten immer wieder anerkannte Chefjuristen für den Posten gehandelt worden, doch schien es lange so, als erfolge die Besetzung eher politisch. Mit Kremer bekäme der Konzern einen sowohl in rechtlichen als auch in Managementfragen sehr erfahrenen Nachfolger, der hohes Ansehen genießt.

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat Anklage wegen eines Deals zwischen VW und der Deutschen Telekom erhoben, bei dem auch einige Millionen für den VfL Wolfsburg abfallen sollten. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung. Volkswagen habe einen hoch dotierten Vertrag mit der Telekom-Tochter T-Systems erst dann fortgeführt, als die Telekom-Firma ihrerseits angekündigt hatte, einen Sponsorvertrag mit dem VfL Wolfsburg über vier Millionen Euro pro Saison zu verlängern. Der Deal mit T-Systems über die Pflege der Computersysteme bei Volkswagen hätte aber nicht an die Unterstützung für den VfL gekoppelt werden dürfen, glaubt die Staatsanwaltschaft.

Zwei Führungskräfte aus der Einkaufs-Abteilung sind nun wegen Bestechlichkeit angeklagt, zwei frühere Manager und ein Ex-Berater von T-Systems wegen Bestechung. Sie sollen sich vor der Wirtschaftsstrafkammer des Stuttgarters Landgerichts verantworten. Dass T-Systems ihr Sponsoring beim VW-Werksklub später trotzdem einstellte, ändert aus Sicht der Ermittler nichts am Gesetzesverstoß. In Stuttgart ist der Fall anhängig, weil dort einer der Beschuldigten wohnt.

Der Fall ist in mehrerlei Hinsicht bemerkenswert, Wirtschaftsjuristen sprechen von einem „Pilotverfahren“. Erstmals wird juristisch geklärt, ob Deals in Industrie und Wirtschaft mit einem Sport-Sponsoring verknüpft werden dürfen. In der Fußballbranche und darüber hinaus wird das Verfahren aufmerksam und teils mit Sorge verfolgt. Bei einigen von den vielen Firmen, die Lieferanten oder anderweitig Geschäftspartner von Volkswagen sind und zugleich den VfL fördern, haben die Ermittlungen bereits beträchtliche Unruhe ausgelöst. Nach Erkenntnissen der Stuttgarter Kriminalpolizei hat VW nicht nur T-Systems dazu gedrängt, sich beim VfL zu engagieren. Manche VW-Lieferanten hätten „nicht ganz freiwillig“ einem Sponsoring bei den Wölfen eingewilligt, notierte die Kripo. Nun steht das System VW auf dem Prüfstand.

VW sagt dazu, der Konzern habe niemanden zu einem Sponsoring bei den Wölfen gedrängt. „Wir gehen fair mit unseren Geschäftspartnern um.“ Und man habe „kein Problem damit, dass Lieferanten von Volkswagen auch Sponsoringverträge mit dem VfL Wolfsburg abschließen“.

Probleme haben dafür nun die fünf Angeklagten, die alle Vorwürfe zurückweisen. Das sei eine „straflose Klimapflege“ gewesen, sagt der Kölner Anwalt Björn Gehrke, der einen der Beschuldigten vertritt. Alle fünf hätten offensichtlich in dem „guten Glauben gehandelt“, die Interessen ihrer Unternehmen bestmöglich zu vertreten. Außerdem seien sowohl bei VW als auch bei der Telekom „maßgebliche Entscheidungsträger“ in diese Geschäfte eingebunden oder zumindest ausreichend darüber informiert gewesen. „Mit der Einbindung dieser Entscheidungsträger war das alles in diesem Zusammenhang nicht strafbar.“

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Auf den Tag genau vor einem Jahr legte die Deutsche Telekom mit Ihrem Datenschutzbericht auch einen Zehn-Punkte-Plan vor, um damit eine neue Ära in Sachen Datenschutz einzuläuten.
Die Deutsche Telekom, die 2008 durch eine Reihe von Datenschutzskandalen gebeutelt wurde, wollte sich damit als Vorreiter im Datenschutz profilieren und das Vertrauen der Kunden zurückgewinnen Diese 10-Punkte-Sofortmaßnahmen erfordern für die Umsetzung in ihrer Gesamtheit sicherlich eine gewisse Größe des Unternehmens. Außerdem ist sicherlich auch die besondere Angreifbarkeit eines Telekommunikationsunternehmens zu bedenken. Dennoch kann nach einem Jahr festgestellt werden, dass die Telekom in Sachen Datenschutz auf einem guten Weg ist und der 10-Punkte-Plan dazu beigetragen hat und daher auch für andere Unternehmen ein geeigneter Denkanstoß sein sollte. Der 10-Punkte-Plan der Telekom

1. Verstärkter Schutz der Aufsichtsräte
Die Aufsichtsräte sollen durch ein neues Konsultationsverfahren stärker vor unberechtigten internen Ermittlungen geschützt werden

2. Schutz der Betriebsräte
Ein strikter Freigabeprozess, ähnlich wie bei den Aufsichtsräten, bei Ermittlungen soll verhindern, dass Topmanager willkürlich unliebsamen Betriebsräten nachspionieren können.

3. Schutz von Journalisten
Interne Ermittlungen gegen Medienvertreter sind grundsätzlich ausgeschlossen und damit nur bei konkreten Verdachtsfällen möglich.

4. Vorstand Datenschutz kontrolliert externe Ermittler
Der Vorstand Datenschutz, Recht und Compliance muss die Beauftragung externer Ermittlungsdienstleistungen prüfen und gegenzeichnen.

5. Schutz von Verkehrsdaten
Dieser Punkt bringt eigentlich nichts Neues, denn das Telekommunikationsgesetz fordert die Wahrung des Fernmeldegeheimnisses. Die Telekom will sicherstellen, dass jeder Datenzugriff auf Verkehrsdaten regelkonform erfolgt, streng kontrolliert wird und nachverfolgbar ist.

6. Datenschutz-Paten
Für die zentralen IT-Systeme bei der Telekom wird jeweils ein technischer oder rechtlicher Datenschutzexperte als Pate gestellt. Er soll beispielsweise die IT-Systeme unangekündigt überprüfen können.

7. Erhöhung der Kontrolldichte
Die Kontrolle von Prozessen und IT-Systeme soll intensiviert werden. Dazu wurde beim Konzerndatenschutzbeauftragten ein neuer, technisch ausgerichteter Fachbereich etabliert, der sich auf Kontrollen von Prozessen, IT-Systemen und Organisationseinheiten konzentriert.

8. Freigabe von IT-Systemen
Bei neuen technischen Entwicklungen wird die datenschutzrechtliche Freigabe der IT-Systeme genauer geregelt.

9. Datenschutz-Brückenköpfe
Spezielle Ansprechpartner für das Thema Datenschutz wurden auf Ebene der Geschäftsleitung sowie den IT-Abteilungen benannt.

10. Datenschutzbeirat
Der bereits im Februar 2009 gegründete Beirat soll den Vorstand in allen datenschutzrelevanten Themen beraten.

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Die Deutsche Telekom hat sich mit sofortiger Wirkung von Top-Managerin Anastassia Lauterbach getrennt. Eigentlich nur eine Randnotiz in der Financial Times, die es jedoch in sich hat: Ausgerechnet Lauterbach wurde noch im April 2010 kurz nach öffentlichkeitswirksamer Einführung einer vom Konzern selbst auferlegten Frauenquote als erste „Quotenfrau“ in eine Spitzenposition gehievt. Bis 2015 wollte die Telekom eigentlich 30 Prozent aller Positionen im mittleren und oberen Management mit Frauen besetzen – als erster und bislang einziger Dax-Konzern. Die Frauenquote sei keine Gleichmacherei, sagte Konzernchef René Obermann damals, sondern ein Gebot der gesellschaftlichen Fairness und eine Notwendigkeit für den Erfolg. „Mit mehr Frauen an der Spitze werden wir einfach besser.“

Als Anastassia Lauterbach – kommissarisch – die Leitung des Bereichs Produkte und Innovationen übertragen wurde, da galt das vielen Beobachtern als Beleg dafür, dass der Konzern es ernst meinte mit der Frauenquote. Doch schon im November wurde Lauterbach degradiert – kaum wahrgenommen von der Öffentlichkeit: Edward Kozel, der neue Vorstand für Technik und Innovation wurde, berief Thomas Kiessling zur Leiter der Sparte. Lauterbach wurde stattdessen nur die Verantwortung für die Beteiligungsgesellschaft T-Ventures übertragen. Die Telekom erklärte dies damals damit, dass Lauterbach den Produktbereich nur kommissarisch eingenommen habe und der neue Posten ebenfalls bedeutend sei. Laut „Handelsblatt“ ist die Managerin im Unternehmen nicht unumstritten gewesen.

Die jetzige Trennung von Lauterbach wollte der Konzern nicht kommentieren. Dennoch: Nicht einmal ein Jahr nach Einführung ist die gelebte Frauenförderung bei der Telekom eine peinliche Farce. Welche Gründe auch immer hinter der Entscheidung in der Personalie Lauterbach stehen. Die Telekom hat die guten Gründe für die eine Frauenförderung damit vollkommen konterkariert.
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In der sogenannten Sponsoring-Affäre zwischen VW und der Deutschen Telekom hat die Staatsanwaltschaft nun auch das Büro von VW Einkaufs-Vorstand Francisco Javier Garcia Sanz, einem engen Vertrauten von VW-Chef Martin Winterkorn, durchsucht. Die Staatsanwaltschaft erklärte jedoch, die Ermittlungen liefen nicht gegen Vorstandsmitglieder des VW-Konzerns, sondern gegen zwei Einkäufer aus dem Bereich von Sanz, einen Berater des Unternehmens sowie zwei VW-Beschäftigte. Diese sollen versucht haben, die Verlängerung des Sponsorenvertrages des Telekommunikationsunternehmens für den VfL Wolfsburg an Zusagen von VW über Aufträge für T-Systems über mehrere hundert Millionen Euro zu koppeln.
Die Telekom-Tochter T-Systems wollte offenbar einen Sponsoring-Vertrag mit dem VfL Wolfsburg über vier Millionen Euro verlängern, um im Gegenzug neue Aufträge von VW zu erhalten, denn der Fußballclub gehört zum Volkswagen-Konzern und Einkaufsvorstand Sanz ist Aufsichtsratschef beim VfL.
Die Deutsche Telekom zeigte den Vorfall Ende vergangenen Jahres bei der Staatsanwaltschaft an und zog auch personelle Konsequenzen: T-Systems Vertriebsvorstand Joachim Langmack verließ die Telekom, weil er sich nach Angaben der Telekom über einen Vorstandsbeschluss hinweg gesetzt habe, wonach der Sponsoring-Vertrag nicht verlängert werden sollte.

BONN, GERMANY - MARCH 09: The logo of the German telecoms provider Deutsche Telekom is pictured at twilight at the company's headquarters on March 09, 2010 in Bonn, Germany. (Photo by Kirsten Neumann/Getty Images)

Die erste Frau, die die Deutsche Telekom nach der Einführung ihrer Frauenquote beförderte, verliert ihren Posten bereits wieder. Der Technik- und Innovationsvorstand der Telekom Edward Kozel hat sich für die Versetzung der 37-Jährigen Anastassia Lauterbach entschieden, die in Zukunft die Telekom-Beteiligungsgesellschaft T-Ventures leiten soll. Ihr Nachfolger im Innovationsbereich wird Technikprofi Thomas Kiessling.
Anastassia Lauterbach leitete seit März den Bereich Produkte und Innovationen und war damit die ranghöchste Frau bei der Deutschen Telekom. Den prestigeträchtigen Job hatte Lauterbach die 37-Jährige zwar zunächst nur kommissarisch übernommen. Dies geschah jedoch vor dem Hintergrund, der ihr Vorgesetzter, der Technik- und Innovationsvorstand Edward Kozel zu der Zeit noch gar nicht im Amt war. Nun hat er sich gegen die ehemalige McKinsey-Beraterin entschieden.
Lauterbach, die intern wegen ihres dominanten Auftretens nicht unumstritten ist, wird künftig die Telekom-Beteiligungsgesellschaft T-Ventures leiten und ist für strategische Partnerschaften und die Integration von Übernahmeobjekten verantwortlich. In Konzernkreisen wird die Versetzung von manchen als Degradierung empfunden. Dieser Darstellung widerspricht die Telekom jedoch. Der neu geschaffene Posten habe eine große strategische Bedeutung für den Konzern, den Vorstandschef René Obermann zum bevorzugten Partner der Internetwirtschaft entwickeln will. Dafür seien Kooperationen mit Entwicklern und Investitionen in neue Geschäftsideen – wie sie Lauterbach nun verantwortet – entscheidend.
Dennoch verbessert das Personalkarussell im Ergebnis auch die Frauenquote der Telekom: Personalchefin des Technikbereiches wird Rita Lietzke, die seit dem Jahr 1995 bei der Telekom arbeitet und nun in das Führungsteam der 70 Topmanager des Konzerns aufsteigt.
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Manuela Mackert ist zur Leiterin des Zentralbereichs Compliance der Deutschen Telekom ernannt worden. Sie wird damit ab Mitte Juli auch Chief Compliance Officer des Unternehmens. Manuela Mackert war zuletzt bei der Deutschen Telekom im Personalbereich des Konzerns in einer oberen Führungsfunktion tätig. Sie soll in ihrer neuen Aufgabe und mit ihren Erfahrungen aus der Rechtsberatung sowie aus dem Personalmanagement das Thema Compliance noch stärker in der Unternehmenskultur verankern. „Compliance ist nicht nur eine Frage der Organisation und der Prozesse. Compliance muss selbstverständlich gelebte Unternehmenskultur sein, sonst greift sie nicht. Die entsprechenden Regeln müssen nicht nur transparent sein, sondern auch gelebt werden“, sagt Manfred Balz, Vorstand Datenschutz, Recht und Compliance der Deutschen Telekom.

Die Deutsche Telekom hat mit der Ernennung von Manuela Mackert eine Frau als vorderste Kämpferin gegen Korruption berufen und macht damit auch Ernst mit ihrer Frauenquote. Denn die 42-jährige Juristin, die sich seit Anfang Juli um die Bekämpfung von Kriminalität in den eigenen Reihen kümmert, ist bereits die zweite weibliche Führungskraft, die berufen wird, seitdem Personalvorstand Thomas Sattelberger im Frühjahr angekündigt hatte bis 2015 ein Drittel aller Führungspositionen mit Frauen zu besetzen. Vor einigen Wochen bereits hatte die Deutsche Telekom Anastassia Lauterbach –vorerst kommissarisch – zur Leiterin für Produkte und Innovationen ernannt.

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