Tag: Studie

Compliance hat lange aufgehört, ein Angstwort für deutsche Unternehmen zu sein. Nach den großen Korruptionsaffären zurückliegender Jahre haben die meisten Unternehmen ein akribisches System zur Kontrolle des regelkonformen Verhaltens ihrer Mitarbeiter installiert. Ein Thema, das Unternehmen offensiv und selbstbewusst nach außen vermitteln, ist Compliance aber noch lange nicht. Das zeigen die Ergebnisse der Studie „Im Fadenkreuz der Öffentlichkeit: Compliance als Reputationsschutz“, die von der MHMK, Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation, und dem Compliance Communication Center in München durchgeführt wurde. Dafür wurden Compliance-Verantwortliche aus Unternehmen befragt.
Typisch für den Status quo der Compliance-Praxis in deutschen Unternehmen ist eine eher starke Zentralisierung der Strukturen, meist unter rein juristischer Perspektive. Vor allem in größeren Unternehmen liegt der Fokus damit eher auf verwaltenden als auf gestaltenden Aufgaben. So sagen 52 Prozent der befragten Compliance-Manager von sich, sie sorgten für die zentrale Verwaltung aller Compliance-Aufgaben des Unternehmens. 34 Prozent sehen sich in der Rolle des Ansprechpartners für individuelle Fragen rechts- und regelkonformen Verhaltens und lediglich 14 Prozent sehen sich selbst als Berater, der für Prozesse und Strukturen sorgt.

Von der Unternehmenskommunikation erwarten die Compliance-Verantwortlichen vor allem operativen Support bei der Umsetzung der eigenen Vorgaben, wie bei der Erstellung von Publikationen, bei der Behandlung von Compliance-Themen im Intranet oder der Mitarbeiterzeitung. Eine strategische, langfristige Zusammenarbeit besteht weder mit der externen noch mit der internen Unternehmenskommunikation. „Aus kommunikativer Sicht ist der Mangel an institutionalisierten Schnittstellen zwischen Compliance-Management und Unternehmenskommunikation noch eine deutlich wahrnehmbare Schwachstelle. Compliance ist ein sehr sensibler Bereich für die gesamte Reputation eines Unternehmens und muss im Sinne eines Reputationsmanagements proaktiv kommuniziert werden“, so Prof. Dr. Lars Rademacher von der MHMK.

Bislang gehen lediglich 38 Prozent der befragten Unternehmen offensiv mit dem Thema Compliance-Management um. Beinahe die gleiche Zahl an Compliance-Verantwortlichen (36 Prozent) gibt an, möglichst wenig zu dem Thema zu kommunizieren. Auf die Frage nach der Entwicklung der Unternehmenskultur im Zeitraum von fünf Jahren zeigt sich, dass die Manager einen Wechsel in der Compliance-Praxis erwarten. Von knapp 30 Prozent, die sich derzeit innerhalb einer kontrollbasierten Unternehmenskultur verorten, rechnet über die Hälfte mit einer Veränderung hin zu einer vertrauensbasierten und damit ungleich aktiveren Unternehmenskultur.

Die überwiegende Mehrheit der Befragten wirkt allerdings verunsichert über die Entwicklung ihres Aufgabenbereiches: Gefragt, wie die Compliance-Manager ihre eigene Unternehmenskultur einschätzen, bleiben 38,8 Prozent der Befragten unentschieden. Über den Zustand der Unternehmenskultur in fünf Jahren traut sich bereits beinahe jeder zweite verantwortliche Manager (45,8 Prozent) keine Prognose mehr zu. Hier fehlt eine eindeutige, in die generelle Unternehmensvision eingebettete und mit den Zielen der Unternehmenskommunikation verknüpfte Verortung der Compliance-Praxis.

„Unsere Befragung zeigt, dass Compliance-Management eine Pflichtübung in deutschen Unternehmen ist, die mittlerweile zuverlässig wahrgenommen wird. Für eine strategische Neuordnung, die das besondere Potenzial in der Compliance-Kommunikation ausschöpft, muss allerdings das Top-Management die notwendigen Signale geben. Compliance ist nicht nur Regelbefolgung, sondern sollte jeden Mitarbeiter befähigen, anhand eines eindeutigen, anschlussfähigen Regelsets eine eigene Beurteilungs- und Entscheidungskompetenz auszubilden. Dafür müssen die internen Strukturen allerdings ein eigenverantwortliches Handeln der Mitarbeiter vorsehen und sie durch die systematischen Kommunikation der Compliance-Praxis nach innen und nach außen zu selbstbewussten Vertretern der dahinterstehenden Werte machen“, so Susanne Kamm, Initiatorin des Compliance Communication Center.

Für die Studie wurden erstmals Compliance-Verantwortliche aus 97 per Zufallsstichprobe ermittelten Unternehmen unterschiedlicher Größe, Branchen und Rechtsformen zur Zusammenarbeit mit der Unternehmenskommunikation befragt. Die komplette Studie mit zahlreichen weiteren Detailergebnissen und Interpretationen sowie praxisorientierten Empfehlungen kann unter www.compliance-communication-center.com/studie bestellt werden.

Bestechung und Vorteilsannahme werden der deutschen Wirtschaft in diesem Jahr einen Schaden von rund 250 Milliarden Euro zufügen.Das hat der renommierte Forscher Friedrich Schneider, Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Johannes-Kepler-Universität im österreichischen Linz in einer Berechnung ermittelt, die „Welt Online“ vorliegt.

Vor sieben Jahren hatte der geschätzte, durch Korruption entstandene Schaden auf dem Tiefpunkt von 220 Milliarden Euro gestanden.
Wie bestechlich die Beamten eines Staates und die Mitarbeiter großer Unternehmen sind, hängt laut der gängigen Erklärung von Ökonomen mit der konjunkturellen Lage des Landes zusammen: Geht es der Wirtschaft schlecht, sind die Angestellten von Behörden und Firmen tendenziell eher empfänglich für Bestechung.
Allerdings spielen auch andere Faktoren wie die „zunehmende Verlotterung der Sitten eine Rolle“, sagt Schneider. Dies erklärt warum er für Deutschland auch für das wirtschaftlich starke Jahr 2012 unverändert zum Vorjahr den Wert von 250 Milliarden Euro Schaden schätze.
Um die Korruption wieder einzudämmen, gebe es grundsätzlich zwei Varianten: Eine strengere Verfolgung und Bestrafung oder eine bessere Bezahlung für Beamte – wobei sich beides nicht gegenseitig ausschließe. Die Berechnungen des Forschungsinstituts basieren auf dem Korruptionsindex CPI, der seit 1995 von der Organisation Transparency International berechnet wird . Laut dem letzten veröffentlichten Korruptionsindex steht Deutschland im internationalen Vergleich auf Rang 14 der am wenigsten korrupten Staaten weltweit. Angeführt wird die Liste von Neuseeland.
Der finanzielle Schaden, den Korruption in einer Volkswirtschaft anrichtet, besteht laut Wirtschaftswissenschaftlern hauptsächlich darin, dass durch Bestechung bei der Vergabe von Aufträgen nicht immer derjenige Anbieter zum Zuge kommt, der das beste und günstigste Angebot macht, was zu geringeren Ausgaben für diese Investitionsprojekte führt. Dadurch wird das Wirtschaftswachstum gehemmt.

Die zweite jährliche Studie von Cegedim Relationship Management zu Compliance-Trends in Europa ergibt einerseits zunehmendes Vertrauen in die Fähigkeit zur Erfüllung von Transparenzanforderungen und deckt andererseits anhaltende Missstände in Bezug auf Daten/Verfahrensmängel auf.

Den befragten Führungskräften aus der Pharma-, Biotech- und medizinischen Geräteindustrie zufolge sind Unternehmen bestrebt, operative Compliance zu erzielen. Dabei stellen unvollständige Daten und ineffiziente interne Systeme die größten Herausforderungen dar.

Der UK Bribery Act und der Foreign Corrupt Practices Act sind nicht die einzigen Vorschriften, die die Pharmaindustrie Europas transformieren. So wurde in Frankreich vor kurzem ein dem US Patient Protection and Affordable Care Act ähnliches Gesetz verabschiedet. Auch in den Niederlanden sollen bald strengere Transparenzvorschriften eingeführt werden. Unternehmen beobachten jetzt einen länderübergreifenden Wandel hin zu einer klareren Spesenabrechnung im Zusammenhang mit Gesundheitsdienstleistern. Dadurch wird die Latte noch weiter angehoben, was wiederum das Potenzial für Compliance-Verstöße erhöht.

Wichtige Branchenentwicklungen auf dem Weg zu operativer Compliance in Europa
Ein Vergleich der Ergebnisse aus den Jahren 2010 und 2011 zeigt, dass eine steigende Zahl europäischer Anbieter Unternehmensstandards in Bezug auf die für Gesundheitsdienstleister anfallenden Spesen umsetzt. Dabei gaben 76 % der Befragten im Jahr 2011 an, dass ihre Richtlinien auf alle externen Partner und internen Daten Anwendung finden, gegenüber 62 % im Jahr 2010. Außerdem sind Compliance-Experten stärker davon überzeugt, dass ihr Unternehmen in der Lage ist, Transparenzanforderungen zu erfüllen. So schätzten 87 % der Teilnehmer 2011 ihre Fähigkeit dazu als gut bis ausgezeichnet ein, im Vergleich zu 73 % im Vorjahr. 64 % der Befragten gaben 2011 an, die Implementierung einer Lösung zur Berichterstattung und Offenlegung eindeutiger Spesendaten sei eine „absolute Notwendigkeit“. Allerdings berichteten 44 % der Teilnehmer 2011, dass ihr Unternehmen bestehende Berichterstattungs- und Offenlegungspflichten mit Hilfe von Tabellenkalkulationen und anderen manuellen Verfahren erfülle, überraschende 22 % mehr als 2010.

Die Bereiche mit dem dringendsten Änderungsbedarf in Europa
Datenfehler und Systemmängel sind die größten Hindernisse 2011, die möglicherweise mit einer beträchtlichen Zunahme ineffizienter Berichterstattungsmechanismen in Verbindung stehen. Dazu gehören insbesondere die Schwierigkeit, Gesundheitsdienstleistern ausgehend von Spesenabrechnungen eine eindeutige Kennzeichnung zuzuordnen (52 %); unvollständige Spesen- und Kundeninformationen (43 %) und allgemeine System-/Verfahrensmängel (42 %).

„Europa ist an einem entscheidenden Punkt angelangt: Es ist auf dem Weg zu einem Umsetzungsmodell, das dem der USA zunehmend ähnelt“, erklärte Bill Buzzeo, Vice President, Global Compliance Solutions, Cegedim Relationship Management. „Unternehmen machen große Fortschritte bei der selbsttätigen Umsetzung. Dennoch verlässt sich der Großteil der Befragten laut der diesjährigen Studie auf ineffiziente manuelle Berichterstattungsmechanismen sowie Excel-Arbeitsblätter. Diese Unternehmen sollten den Einsatz einer leistungsfähigen automatisierten Lösung für Transparenz bei der Spesenabrechnung in Erwägung ziehen, um die administrativen Pflichten rund um das Thema Compliance in eine Wettbewerbsstrategie zu verwandeln.“

Deutsche Unternehmen sind auf Krisensituationen nur unzureichend vorbereitet. In einer Umfrage zum betrieblichen Risikomanagement gaben 59 Prozent der Fach- und Führungskräfte an, dass die Produktion oder Dienstleistungsfähigkeit des eigenen Hauses bei einem Zuliefererausfall im Pandemiefall innerhalb von nur vier Wochen zum Erliegen kommt. Besonders anfällig für einen Ausfall der eingespielten Zulieferer zeigt sich das produzierende Gewerbe. Für diese Branche rechnen 70 Prozent der Experten damit, dass das Geschäft innerhalb von nur vier Wochen still steht. Das ist das Ergebnis der Studie „Krisensituationen in Unternehmen 2011″ die vom IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung erstellt wurde.

Der krankheitsbedingte Ausfall großer Teile der Belegschaft wird von den Unternehmen(62 Prozent) als potenziell gefährlichste Situation für den wirtschaftlichen Fortbestand eingeschätzt. Gleichzeitig nimmt dieses Krisenszenario auch bei der Eintrittswahrscheinlichkeit einen vorderen Rang ein. Knapp jedes vierte Unternehmen geht davon aus, dass in Zukunft mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einem kritischen Personalausfall, beispielsweise im Zuge einer Pandemie, zu rechnen ist.

Trotz dieser Einschätzung gibt es nach Ansicht der Mehrheit der Risikoexperten noch deutlichen Verbesserungsbedarf in der Prävention. Nach Schulnoten bewertet sehen 62 Prozent der Fach- und Führungskräfte das eigene Unternehmen nur befriedigend oder noch schwächer aufgestellt. Nur 38 Prozent bewerten die getroffenen Krisenmaßnahmen für gut bis sehr gut. Dabei sind mittlere Unternehmen (500 bis 1.000 Mitarbeiter) mit einer Zustimmung von 42 Prozent um fünf Prozentpunkte optimistischer eingestellt als Sicherheitsverantwortliche in Großbetrieben (ab 1.000 Mitarbeiter).

Entscheidungen zum betrieblichen Risikomanagement werden von der großen Mehrheit der Unternehmen in einem eigens gegründeten Krisenstab erarbeitet. So verfügen 79 Prozent der Firmen über ein offizielles Fachgremium, das für die Katastrophenschutzplanung zuständig ist. Dabei zeigt sich, dass bei den Gründen, sich für die Bildung eines Krisenstabs zu entscheiden, die besonders sensible Gefahr des potenziellen Mitarbeiterausfalls eine wichtige Rolle spielt. 87 Prozent der Betriebe, die den krankheitsbedingten Ausfall großer Teile der Belegschaft als existenzbedrohlich einstufen, verfügen über einen Krisenstab.

IT-Risiken optimal zu managen ist Voraussetzung für nachhaltigen Geschäftserfolg
• IT-Risikomanagement wird immer wichtiger
• Unternehmen haben Investitionen in IT bereits erhöht
• Viele Firmen wollen IT-Ausgaben weiter steigern
• Volatile Märkte und technische Innovationen erhö-hen Risiken in der Informationstechnologie
• IT-Programme werden meist erst dann geprüft oder erneuert, wenn ernsthafte Schäden bereits entstanden sind
• Komplexität in der IT potenziert Risiken
Berlin, 26. Januar 2012. Das Risikomanagement für ihre IT zu optimie-ren, wird für Unternehmen zu einem immer wichtigeren Faktor für den geschäftlichen Erfolg: Zwar haben die Unternehmen die Investitionen in ihre IT weltweit im Vergleich zum Vorjahr um 7,1 Prozent auf aktuell 3,6 Billionen US-Dollar erhöht, wie das IT-Forschungs- und Beratungsunter-nehmen Gartner herausgefunden hat, jedoch reichen diese Aufwendun-gen häufig trotzdem noch nicht aus. Denn angesichts der sich immer schneller wandelnden Marktsituation und den daraus resultierenden Herausforderungen wie Preisdruck, Kostensenkung oder neue Techno-logien steigen die Risiken in Bezug auf die IT der Unternehmen immer weiter, schreibt die Beratungsgesellschaft Ernst & Young GmbH in ihrer aktuellen Veröffentlichung „Building confidence in IT programs: Facilitating success through program risk management“.

Investitionen in die IT eines Unternehmens haben in den meisten Firmen eine hohe Priorität: In Europa, Amerika und im Nahen Osten stehen IT-Investitionen an erster beziehungsweise zweiter Stelle der Prioritätenliste. In der IT-Landschaft entstehen ständig neue Risiken. Die Gründe für ein Versagen der IT können deshalb vielfältig sein, so der aktuelle Report von Ernst & Young. Durch die Entstehung neuer IT-Landschaften werden auch die IT-Programme immer komplexer: Und gleichzeitig steigt das Risiko des Scheiterns. „Es besteht eine direkte Verbindung zwischen Programmkomplexität und Risiko. Daraus folgt ein gezielterer Steuerungsbedarf seitens des Unternehmens. Entsprechend muss auch das Risikomanagement des Unternehmens verbessert werden.
Nur Unternehmen, die ihr IT-Risikomanagement optimieren, schaffen die Voraussetzung für nachhaltigen Geschäftserfolg, so der Ernst & Young-Report. Ein IT Program Risk Management hilft dabei, die unternehmerische Wettbewerbsfähigkeit zu fördern und die Kosteneffizienz zu steigern. Dadurch wird unter den Mitarbeitern eines Unternehmens Vertrauen in die verschiedenen Elemente der IT geschaffen und der Grundstein für eine erfolgreiche Unterstützung des Managements gelegt.

Konkret nennt der Ernst & Young-Report drei Ansatzpunkte, um das IT-Risikomanagement zu optimieren: erstens der Rückgriff auf erfahrene Risikomanager und einen Risiko-Ausschuss, zweitens die Aufwertung der Rolle von interner Revision, Compliance und Enterprise Risk Management und drittens die Hinzuziehung eines externen unabhängigen Dienstleisters mit umfassender Expertise im Program Risk Management. Erfolgsfaktoren sind darüber hinaus eine professionelle Kommunikation, ein transparentes, präzises Reporting und eine risikobasierte Analyse anhand der gängigen Kriterien für die Bewertung von IT-Programmen.

Die Veröffentlichung „Building confidence in IT programs: Facilitating success through program risk management” finden Sie hier.

Für zwei Drittel der von Nifis befragten Unternehmen gehen die gesetzlichen Regelungen zum Datenschutz in Deutschland „in Ordnung“. Dem häufig geäußerten Wehklagen über eine vermeintliche Überreglementierung beim Datenschutz widersprechen beinahe 90 Prozent der Fach- und Führungskräfte vehement. Das berichtet das Compliancemagazin.

Die deutsche Wirtschaft geht entgegen landläufiger Meinung keineswegs sorglos mit den Daten ihrer Kunden um, sondern nimmt das Thema Datenschutz im Gegenteil sehr ernst. Dies geht aus dem aktuellen Report „IT-Sicherheit und Datenschutz 2012″ hervor, den die Nifis – Nationale Initiative für Informations- und Internet-Sicherheit – vorgelegt hat. Die Studie basiert auf einer Umfrage unter 100 Fach- und Führungskräften aus mittelständischen Firmen und aus Großunternehmen.

Für zwei Drittel der von Nifis befragten Unternehmen gehen die gesetzlichen Regelungen zum Datenschutz in Deutschland „in Ordnung“. Sie bemängeln allerdings, dass Verstöße nicht hart genug geahndet, sondern eher wie ein Kavaliersdelikt behandelt würden. Gut drei Viertel sind der Auffassung, dass die strengen deutschen Richtlinien insbesondere beim aktuellen und zukunftsträchtigen Trend zum Cloud Computing das notwendige Vertrauen bei den Kunden schaffen.

Deutsche Unternehmen gehen bewusster mit der Gefahr durch Wirtschaftskriminalität um als noch vor zehn Jahren. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die Emnid im Auftrag von PWC erstellt hat. 40 Prozent der Firmen fürchten laut einer Studie die rufschädigende Wirkung der Verbrechen. 2001 waren es gerade mal zehn Prozent. Jedes achte börsennotierte Unternehmen registrierte zudem nach Bekanntwerden einer Straftat einen Rückgang des Aktienkurses. Als Konsequenz haben die Manager deshalb ihren Schutz gegen Wirtschaftskriminelle verbessert. 59 Prozent der Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern haben mittlerweile Anti-Korruptionsprogramme.

Dadurch ist die Zahl der Delikte im Vergleich zu 2009 deutlich gesunken. Vor zwei Jahren meldeten sogar noch 61 Prozent der befragten Unternehmen, Opfer von Unterschlagung, Korruption oder Industriespionage geworden zu sein. In diesem Jahr sank der Wert auf 52 Prozent. Die Höhe des durchschnittlichen Schadens ist dabei allerdings deutlich gestiegen. Laut PwC beziffern die Unternehmen die Kosten durch wirtschaftskriminelle Handlungen auf rund 8,4 Millionen Euro. Zwei Jahre zuvor waren es noch 5,6 Millionen Euro. Das liegt laut PwC an einer Reihe überdurchschnittlich hoher Schäden. So würden drei Prozent der befragten Firmen Schäden von mehr als 100 Millionen Euro angeben. Dazu kämen steigende Kosten für die Aufarbeitung der Straftaten.

Interessant: Jede zweite Wirtschaftsstraftat wird der Studie zufolge von einem Mitarbeiter des geschädigten Unternehmens begangen. Dabei stamme ein großer Teil der Täter aus dem Top-Management. Die Konzerne messen dabei jedoch offenkundig mit zweierlei Maß: Bei Tätern aus der Führungsebene erfolgte viel seltener eine Strafanzeige als bei den übrigen Beschäftigten. Gestärkt wird dagegen die Prävention: Mehr als die Hälfte der Unternehmen in der Studie hat mittlerweile ein Compliance-Programm, das wirtschaftskriminellen Handlungen vorbeugen soll. Compliance scheint also innerhalb der Unternehmen auch an Akzeptanz zu gewinnen.

Auch wenn die Fälle von Korruption zeigen, dass die vorbeugenden Maßnahmen offenbar noch nicht immer so recht funktionieren: Mit zwölf Prozent liegt der Anteil der betroffenen Unternehmen hier auf dem Niveau der Vorjahre. Gut jedes vierte Unternehmen ist außerdem davon überzeugt, aufgrund illegaler Einflussnahmen von Wettbewerbern mindestens einmal bei einer Ausschreibung nicht zum Zuge gekommen zu sein.

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Viele Manager verfügen nicht über die Mittel und ausreichende Unterstüt-zung, um das Engagement ihrer Mitarbeiter nachhaltig zu verbessern. Das zeigte eine Umfrage, die Aon Hewitt unter 700 Führungskräften in zehn europäischen Ländern durchgeführt hat. Obwohl der Kampf um die besten Talente weiterhin tobt und die im Schnitt geringen Gehaltssteigerungen fast vollständig durch die Inflation aufgefressen werden, beschäftigen sich nur 15 Prozent der Führungskräfte mehr als zehn Tage im Jahr mit der Durchführung und Auswertung von Mitarbeiterbefragungen sowie der Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen zur Steigerung des Engagements. Der Großteil investiert nur zwei bis fünf Tage. Dabei sind genau die mittleren Führungskräfte durch ihren täglichen Kontakt zu den Mitarbeitern der Schlüssel zu deren Engagement. Die zugrundeliegende Gleichung ist dabei ganz einfach: Je engagierter der Manager, desto engagierter die Mitarbeiter. Der Ball liegt also bei den Unternehmen. Sie müssen die richtigen Bedingungen schaffen und das mittlere Management in seiner Funktion als Engagement-Multiplikator stärken.

“Viele Unternehmen überprüfen das Engagement-Level ihrer Mitarbeiter”, so Michael Hermann, Engagement Lead Central Europe bei Aon Hewitt. “Aber nur die wenigsten nutzen die Ergebnisse. Die Studie zeigt, dass sich Manager nicht ausreichend Zeit nehmen und oft nicht wissen, wie sie die Resultate interpretieren sollen. Sieben Prozent werfen noch nicht einmal einen Blick darauf.” Wie die Untersuchung außerdem zeigt, sind das vor allem die unterdurchschnittlich engagierten Führungskräfte. Der Engagement-Grad dieser Gruppe liegt bei nur 27 Prozent im Vergleich zu 63 Prozent bei den aktiv handelnden Managern. “Das bedeutet, dass eine starke Engagement-Kultur und -Strategie, die über alle Ebenen greift, die beste Grundlage ist, Engagement nachhaltig zu beeinflussen”, interpretiert Hermann die Ergebnisse. “Diese beinhaltet auch die Befähigung des mittleren Managements in Sachen Engagement. Einige der Unternehmen, die als “Best Employer” gelten, setzen das bereits mustergültig um.” Statt lediglich die Mitarbeitermotivation einmal im Jahr zu messen, schnüren diese Aufgabenpakete, die das Mitarbeiterengagement in den beruflichen Alltag des Managers integrieren und geben ihm entsprechende Werkzeuge an die Hand. “In den meisten Unternehmen ist das aber noch nicht angekommen”, so Hermann.

Aus den Ergebnissen der Untersuchung hat Aon Hewitt Erfolgsfaktoren erarbeitet, die dazu beitragen, das mittlere Management zum starken Glied in der Engagement-Kette auszubilden.

1. Im gesamten Unternehmen braucht es ein gemeinsames und gelebtes Verhalten, bei dem die Motivation der Mitarbeiter zentral ist.

2. Manager brauchen Unterstützung: Die Vorgesetzten des mittleren Managements agieren in einer Vorbildfunktion. Sie zeigen das richtige Verhalten im täglichen Umgang und leisten gegebenenfalls Hilfestellung bei Fragen.

3. Manager brauchen das Bewusstsein, dass nicht die HR-Abteilung allein für Engagement verantwortlich ist, ihnen aber zur Seite steht.

4. Das richtige Handwerkszeug ist Trumpf: Führungskräfte müssen lernen, wie Ergebnisse zu interpretieren und zu bewerten sind. Workshops der HR-Abteilung können hier helfen.

5. Manager brauchen Ziele: Sie müssen genau wissen, was von ihnen erwartet wird. Kennzahlen zum Thema Engagement einzuführen erleichtert die Erfolgsmessung und zeigt Führungskräften, ob sie auf dem richtigen Weg sind.

6. Manager brauchen Beweise: Sie sollten anhand von konkreten Beispielen aufgezeigt bekommen, wie Engagement den Unternehmenserfolg und ihr eigenes Handeln das Mitarbeiterengagement beeinflusst.

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Verbrechen lohnt sich nicht? Von wegen. Laut einer jüngsten Uno-Untersuchung erreicht die Summe des weltweit aus Verbrechen erlösten Geldes fast drei Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung. Darüber berichtet das Handelsblatt.

Kriminelle haben im Jahr 2009 weltweit rund 1130 Mrd. Euro Schwarzgeld gewaschen. Zu diesem Ergebnis kommt das Uno-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (Unodoc) mit Sitz in Wien in einer Studie. Die Summe des weltweit gewaschenen Geldes habe 2,7 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung erreicht, heißt es in dem Bericht, der am Dienstag in Marrakesch und Wien veröffentlicht wurde. Die größten Summen dabei stammten aus dem Drogenhandel und anderen Bereichen des organisierten Verbrechens.

Der Unodoc-Studie zufolge wird nur ein Prozent der illegalen Geldflüsse aufgespürt und eingefroren. Korruption könne eine wesentliche Rolle dabei spielen, den Transfer illegaler Geldflüsse in legitime weltweite Finanzströme zu ermöglichen, hält Unodoc-Chef Yury Fedotov in dem Bericht fest. Ziel der Studie sei es, Kapazitäten aufzubauen, um Geldwäsche aufzudecken und zu verhindern.

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79 Prozent der Kreditinstitute bewerten die Einhaltung gesetzlicher und selbstverpflichtender Vorschriften als bedeutende Managementdisziplin für das eigene Institut. Als wichtigste Gründe werden neben dem Schutz eigener Mitarbeiter (87 Prozent), die Risikominimierung (83 Prozent) und der Reputationsschutz (83 Prozent) genannt. In der praktischen Umsetzung zeigt sich jedoch noch Verbesserungspotenzial. So wird die Compliance-Lagebewertung künftig noch fundierter sein müssen als heute üblich. Das ist das Ergebnis des Managementkompass Corporate Governance von Steria Mummert Consulting. Der Managementkompass „Corporate Governance“ basiert auf einer Online-Befragung. Dazu wurden 350 Fach- und Führungskräfte großer und mittelständischer Unternehmen verschiedener Branchen im Juli 2011 befragt.

In der stark regulierten Finanzbranche ist die Komplexität der Compliance- und Corporate-Governance-Anforderungen besonders hoch – ebenso der bereits erreichte Reifegrad. Die jüngsten Gesetzesnovellen für Banken und Versicherungen setzten in der Compliance-Risikobewertung dennoch neue Maßstäbe. So müssen beispielsweise Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und sonstige Straftaten künftig als ein Komplex betrachtet und gesamthaft bewertet werden. Das wirkt sich unmittelbar auf die Analyse von Kundenbeziehungen aus, um etwa Vortaten zur Geldwäsche wie Steuerhinterziehung zu verhindern. Diese detaillierten Prüfkriterien gelten für die gesamte Unternehmensgruppe, also auch für alle Konzerngesellschaften im Ausland.

„Wenn alle Beziehungen zu Kunden und deren wirtschaftlich Berechtigten national und international neu zu bewerten sind, dann ist die Compliance Stelle gefragt, aus einem globalen Review kein Debakel werden zu lassen.“, sagt Martin Stolberg, Compliance-Experte von Steria Mummert Consulting. „Eine zentral nutzbare Informationsbasis mit allen aktuellen Anforderungen und Kundendaten ist die naheliegende Lösung, um Aufwände und Abstimmungsbedarfe gering zu halten.“

Für dieses Ziel muss das Rad aus Sicht von Martin Stolberg nicht neu erfunden werden. So basieren beispielsweise CRM und Client-Due-Dilligence Bewertungen auf nahezu identischen Informationen, die jedoch bisher noch von unterschiedlichen Unternehmensbereichen verwendet werden. „Um den Vorschriften des Datenschutzes zu entsprechen, müsste zunächst ein Filter über die Datenerhebung und -auswertung gelegt werden. Die Überführung in eine gemeinsame Nutzung macht es anschließend möglich, alle relevanten Compliance-Bewertungen zu verdichten. Angenehmer Nebeneffekt: Compliance wird auf diesem Wege kostengünstiger“, so abschließend Martin Stollberg.

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