Tag: Schweinegrippe

Ihre Mitarbeiter oder Kollegen sind viel im In- und Ausland unterwegs? Sie begrüßen Kunden und Geschäftspartner selbstverständlich mit Handschlag? Aber über einen Schweinegrippe-Notfallplan haben Sie sich noch keine Gedanken gemacht? Warum eigentlich nicht?

Die Schweinegrippewelle ist zum Glück nicht mit den Urlaubsrückkehrern nach Deutschland übergeschwappt und es besteht kein Grund zur Panik. Unternehmensverantwortliche sollten trotzdem Pläne für den “Ernstfall“ haben. Dabei sind die Maßnahmen natürlich dem Gefährdungspotential anzupassen. Zu lasche Vorgaben oder gar keine Hinweise bzw. Handlungsempfehlungen erhöhen das Haftungsrisiko des Unternehmens aber unnötig.

In der derzeitigen Situation ist es ohne eine konkrete Gefährdung sicherlich ausreichend, ggf. aber erforderlich, verstärkt auf Hygienevorschriften hinzuweisen und Mitarbeiter zu bitten, Verdachtsfälle ernst zu nehmen. Eine solche Mitarbeiter-Email sollte nicht als lästiges Ritual angesehen werden, denn Arbeitgeber müssen Beschäftigte von Rechts wegen aufklären und auch über Verhaltensregeln informieren. Sollte Ihr Unternehmen im engeren Kontakt mit Risikogebieten stehen, könnte gefährdeten Mitarbeitern möglicherweise auch eine Grippeimpfung empfohlen werden. Die Verpflichtung zur Impfung ist allerdings als Eingriff in die körperliche Integrität unzulässig. Kranke oder krank erscheinende Mitarbeiter kann der Arbeitgeber nach Hause schicken. Arbeitsrechtlich ist dies eine Freistellung. Eine nicht zu unterschätzende Option ist auch, Rückkehrer aus Risikogebieten für einige Tage freizustellen oder, soweit dies möglich ist, zur Heimarbeit zu verpflichten.

Wichtig für Unternehmensverantwortliche ist gerade bei den aktuell unsicheren Entwicklungen und der Berichterstattung, die zwischen Panikmache und Verharmlosung schwankt, trotz allem den Überblick über Krankheitsfälle im Unternehmen zu behalten. Das ist gar nicht so einfach. Zwar kann der Arbeitgeber  ab dem dritten Krankheitstag ein ärztliches Attest fordern, dieses muss aber keine Diagnose enthalten. Deshalb sollte ein Weg gefunden werden, dass Arbeitnehmer ihre Schweinegrippeinfektion freiwillig und anonymisiert, zum Beispiel beim Betriebsrat oder dem Compliance-Office melden können. In der momentanen Lage macht sich ein Arbeitgeber wohl noch nicht schadenersatzpflichtig, wenn er Mitarbeiter nicht aktiv vor der Schweinegrippe schützt. Und dennoch: Verantwortliche Manager sollten sich lieber selbst Gedanken machen, anstatt auf die Vorgaben anderer zu warten.

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