Tag: Pharmaindustrie

Das Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz (AMNOG) bietet seit Januar diesen Jahres neue Kooperationsmöglichkeiten zwischen der Industrie und den Krankenkassen. Die Pharmafirmen haben als eine der führenden und kreativen Akteure im Gesundheitsmarkt erstmals die Möglichkeit hier eine wesentliche Rolle zu übernehmen. Die health-activate GmbH mit Sitz in Lübeck ermittelte in einer Studie welche Informationen die Pharmaindustrie über sich selbst bislang an die Krankenkassen übermitteln konnte um sich als kompetenter und zukunftsweisender Partner darzustellen. Weiterhin wurde erfragt was die Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKVen) über die pharmazeutischen Firmen wissen und welche Anforderungen sie an die Industrie stellen. Für die Studie wurden ausschließlich leitende Mitarbeiter bei den großen Krankenkassen, einigen AOKs, den zehn größten BKKs und vereinzelt kleine und mittlere BKKs befragt.

„Seitens der Industrie werden bereits erhebliche Anstrengungen unternommen, um mit den Entscheidungsträgern der GKVen in Kontakt zu treten“, so die geschäftsführende Gesellschafterin Dr. Karen Focke-Hecht. Über 90 Prozent der befragten Mitarbeiter der Krankenkassen hatten bereits Kontakt mit Mitarbeitern von pharmazeutischen Firmen. Die Pharmamitarbeiter stellten den Kassen eher ihr Unternehmen und die eigenen Produkte vor als Versorgungskonzepte.

Es zeigte sich, dass die Erwartungen der GKVen und der pharmazeutischen Industrie in vielen Bereichen auseinander gehen. Es besteht anscheinend ein Missverständnis zwischen den Anforderungen seitens der Krankenkassen und den Vorstellungen der Pharmahersteller. Die Kassen wünschen von der Pharmaindustrie Konzepte zur Versicherten-Compliance, zur besseren Patientenversorgung und zu neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Weiterhin können sich die Vertreter der Kassen vorstellen Impulse von der pharmazeutischen Industrie über Verbände und Gremien (> 40 Prozent), neue Entwicklungen im Gesundheitswesen (> 30 Prozent), Krankenversicherungsarten (15 Prozent) und Kostentreiberindikationen (12 Prozent) zu erhalten. „Bislang gehen die angebotenen Informationen und Konzepte der Pharmaindustrie an dem Bedarf der Krankenkassen größtenteils vorbei“, konstatiert Dirk Zils, ebenfalls geschäftsführender Gesellschafter der health-activat GmbH. Weiterhin sei es den Herstellern noch nicht ausreichend gelungen, sich den Kassen gegenüber als kompetenter Partner zu positionieren.

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