Tag: Managerhaftung

Umgerechnet rund 190 000 Euro wollte die FIFA im Jahr 2010 an die Erdbebenopfer von Haiti spenden. Doch nur ein kleiner Teil des Geldes kam an, wie das Magazin Goal berichtet. Nun gerät der ehemalige FIFA-Vizepräsident Jack Warner unter Verdacht.

Auf Nachfrage bestätigte die FIFA, dass bisher nur 60 000 Dollar (rund 45 000 Euro), also nicht einmal ein Viertel der Gesamtsumme, in Haiti angekommen seien: „Die FIFA bestätigt, dass sie von der haitianischen Regierung im Herbst 2011 darüber in Kenntnis gesetzt wurde, dass nur 60.000 Dollar überwiesen wurden“, heißt es in einer offiziellen Stellungnahme.

Ungeklärt ist noch, warum die FIFA das Geld zuerst an den Fußball-Verband von Trinidad und Tobago (TTFF) überwiesen hatte, damit dieser das Geld weiterleitete. Es heißt, der Umweg sei ausdrücklich auf Wunsch vom damaligen FIFA-Vizepräsident Jack Warner genommen worden, der damals noch Präsident des nord- und zentralamerikanischen sowie karibischen Fußballverband CONCACAF war.

Erst vor kurzem musste Warner aufgrund seiner Verstrickungen in den jüngsten Korruptionsskandal den Weltverband verlassen. Wie genau er in die Affäre um die Haiti-Spendengelder verwickelt ist, klären derzeit Ermittler. Die FIFA stoppte unterdessen alle Zahlungen nach Trinidad und Tobago.

Deutsche Unternehmen sind auf Krisensituationen nur unzureichend vorbereitet. In einer Umfrage zum betrieblichen Risikomanagement gaben 59 Prozent der Fach- und Führungskräfte an, dass die Produktion oder Dienstleistungsfähigkeit des eigenen Hauses bei einem Zuliefererausfall im Pandemiefall innerhalb von nur vier Wochen zum Erliegen kommt. Besonders anfällig für einen Ausfall der eingespielten Zulieferer zeigt sich das produzierende Gewerbe. Für diese Branche rechnen 70 Prozent der Experten damit, dass das Geschäft innerhalb von nur vier Wochen still steht. Das ist das Ergebnis der Studie „Krisensituationen in Unternehmen 2011″ die vom IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung erstellt wurde.

Der krankheitsbedingte Ausfall großer Teile der Belegschaft wird von den Unternehmen(62 Prozent) als potenziell gefährlichste Situation für den wirtschaftlichen Fortbestand eingeschätzt. Gleichzeitig nimmt dieses Krisenszenario auch bei der Eintrittswahrscheinlichkeit einen vorderen Rang ein. Knapp jedes vierte Unternehmen geht davon aus, dass in Zukunft mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einem kritischen Personalausfall, beispielsweise im Zuge einer Pandemie, zu rechnen ist.

Trotz dieser Einschätzung gibt es nach Ansicht der Mehrheit der Risikoexperten noch deutlichen Verbesserungsbedarf in der Prävention. Nach Schulnoten bewertet sehen 62 Prozent der Fach- und Führungskräfte das eigene Unternehmen nur befriedigend oder noch schwächer aufgestellt. Nur 38 Prozent bewerten die getroffenen Krisenmaßnahmen für gut bis sehr gut. Dabei sind mittlere Unternehmen (500 bis 1.000 Mitarbeiter) mit einer Zustimmung von 42 Prozent um fünf Prozentpunkte optimistischer eingestellt als Sicherheitsverantwortliche in Großbetrieben (ab 1.000 Mitarbeiter).

Entscheidungen zum betrieblichen Risikomanagement werden von der großen Mehrheit der Unternehmen in einem eigens gegründeten Krisenstab erarbeitet. So verfügen 79 Prozent der Firmen über ein offizielles Fachgremium, das für die Katastrophenschutzplanung zuständig ist. Dabei zeigt sich, dass bei den Gründen, sich für die Bildung eines Krisenstabs zu entscheiden, die besonders sensible Gefahr des potenziellen Mitarbeiterausfalls eine wichtige Rolle spielt. 87 Prozent der Betriebe, die den krankheitsbedingten Ausfall großer Teile der Belegschaft als existenzbedrohlich einstufen, verfügen über einen Krisenstab.

Deutsche Unternehmen gehen bewusster mit der Gefahr durch Wirtschaftskriminalität um als noch vor zehn Jahren. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die Emnid im Auftrag von PWC erstellt hat. 40 Prozent der Firmen fürchten laut einer Studie die rufschädigende Wirkung der Verbrechen. 2001 waren es gerade mal zehn Prozent. Jedes achte börsennotierte Unternehmen registrierte zudem nach Bekanntwerden einer Straftat einen Rückgang des Aktienkurses. Als Konsequenz haben die Manager deshalb ihren Schutz gegen Wirtschaftskriminelle verbessert. 59 Prozent der Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern haben mittlerweile Anti-Korruptionsprogramme.

Dadurch ist die Zahl der Delikte im Vergleich zu 2009 deutlich gesunken. Vor zwei Jahren meldeten sogar noch 61 Prozent der befragten Unternehmen, Opfer von Unterschlagung, Korruption oder Industriespionage geworden zu sein. In diesem Jahr sank der Wert auf 52 Prozent. Die Höhe des durchschnittlichen Schadens ist dabei allerdings deutlich gestiegen. Laut PwC beziffern die Unternehmen die Kosten durch wirtschaftskriminelle Handlungen auf rund 8,4 Millionen Euro. Zwei Jahre zuvor waren es noch 5,6 Millionen Euro. Das liegt laut PwC an einer Reihe überdurchschnittlich hoher Schäden. So würden drei Prozent der befragten Firmen Schäden von mehr als 100 Millionen Euro angeben. Dazu kämen steigende Kosten für die Aufarbeitung der Straftaten.

Interessant: Jede zweite Wirtschaftsstraftat wird der Studie zufolge von einem Mitarbeiter des geschädigten Unternehmens begangen. Dabei stamme ein großer Teil der Täter aus dem Top-Management. Die Konzerne messen dabei jedoch offenkundig mit zweierlei Maß: Bei Tätern aus der Führungsebene erfolgte viel seltener eine Strafanzeige als bei den übrigen Beschäftigten. Gestärkt wird dagegen die Prävention: Mehr als die Hälfte der Unternehmen in der Studie hat mittlerweile ein Compliance-Programm, das wirtschaftskriminellen Handlungen vorbeugen soll. Compliance scheint also innerhalb der Unternehmen auch an Akzeptanz zu gewinnen.

Auch wenn die Fälle von Korruption zeigen, dass die vorbeugenden Maßnahmen offenbar noch nicht immer so recht funktionieren: Mit zwölf Prozent liegt der Anteil der betroffenen Unternehmen hier auf dem Niveau der Vorjahre. Gut jedes vierte Unternehmen ist außerdem davon überzeugt, aufgrund illegaler Einflussnahmen von Wettbewerbern mindestens einmal bei einer Ausschreibung nicht zum Zuge gekommen zu sein.

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Das Ausscheiden des langjährigen Mercedes-Chefs in den USA Ernst Lieb am Montag soll wegen Verstößen gegen die Compliance-Richtlinien des Daimler-Konzerns erfolgt sein. Ernst Lieb soll sein Haus in der Nähe von New York auf Kosten von Daimler luxuriös ausgebaut haben, berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf einen Daimler-Manager. Außerdem habe Lieb Beiträge für einen Golfklub abgerechnet, den er privat nutzte. Der Manager war am Montag freigestellt worden. Auch soll es zu „Gefälligkeitsgeschäften“ gekommen sein, als mögliches Beispiel nannte ein Informant das Ausleihen von Autos im Gegenzug für einen Upgrade bei einer Flugreise. Im Umkreis von Mercedes USA wird darüber spekuliert, ob ein interner „Whistleblower“ die Verstöße von Lieb weitergab.

Was Kollegen und Händler in den USA den Atem verschlägt: Wie wenig man sich in Stuttgart trotz guter Leistungen für Lieb einsetzte. Nur Vertriebschef Joachim Schmidt soll ihm die Stange gehalten haben. Das reichte nicht, bei Daimler weht ein scharfer Wind. Von ganz oben ist die Leitlinie „Zero Tolerance“ vorgegeben. Doch zahlt Daimler einen Preis: Lieb genoss das Vertrauen der US-Händler – eine Beziehung, die unter seinen Vorgängern als zerrüttet galt. Mit sofortiger Wirkung führt US-Finanzchef Herbert Werner die Geschäfte, der aber als reine Übergangslösung gilt.

In den ersten neun Monaten 2011 hatte Ernst Lieb in den USA mit einem Absatzplus von 10% Prozent glänzende Zahlen vorgelegt. Sein Ausscheiden hatte deshalb zunächst Rätselraten über die Gründe ausgelöst. Die Botschaft aus der Stuttgarter Zentrale ist jedoch eindeutig: Wer sich nicht an die Regeln hält, fliegt. Ganz gleich wie erfolgreich, ganz gleich wie loyal. 36 Jahre lang war Ernst Lieb für den Daimler-Konzern tätig.

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Der Bestechungsskandal rund um Media-Saturn weitet sich aus: Fünf Personen wurden am Mittwoch in Haft genommen. Darunter ist auch ein Top-Manager der Unternehmenszentrale von Media-Saturn in Ingolstadt, berichten Kenner der Vorgänge. Insgesamt waren laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung Bestechungsgelder an Manager von Media-Saturn und ihre Familienangehörigen in Höhe von 3,5 Millionen EUR geflossen. Denn für die Wetzlarer Firma Marketing-Vision, die laut Überzeugung der Staatsanwälte anscheinend das Geld verteilte,, ging es um viel Geld: Sie soll rund 50 Millionen EUR Provision von Media-Markt dafür erhalten haben, in den Märkten von Media-Markt und Saturn DSL-Verträge zu verkaufen.

Das Geld wurde über ein Immobiliengeschäft in den USA und über Firmen der Ehefrauen der Media-Markt-Mitarbeiter „gewaschen“. In einem Fall soll der Chef von Marketing-Vision über eine Zweit-Firma anscheinend sogar 800 000 EUR auf einen Schlag an eine Firma ausgezahlt haben, an der die Frau eines Media-Managers beteiligt war.

„Wir gehen von besonders schweren Fällen der Bestechung und der Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr aus“, sagt der Leitende Oberstaatsanwalt Reinhard Nemetz. Damit drohen Haftstrafen von bis zu fünf Jahren. Insgesamt sollen drei Beschuldigte Bestechungsgelder kassiert haben. 15 weitere Personen werden der Beihilfe beschuldigt.

Bemerkenswert ist auch, dass der Skandal durch Whislteblowing ins Rollen gebracht wurde: Eine Reihe anonymer Briefe gingen bei Staatsanwaltschaft und Media-Markt ein, in denen das Korruptions-Geflecht genau und präzise geschildert wurde. Der Verfasser oder die Verfasserin kannte sich offensichtlich sehr gut aus.
Viele Details sind noch offen. Gegen ein Mitglied der obersten Geschäftsführung von Media-Saturn wird laut Süddeutscher auch noch ermittelt, doch er sitzt nicht in Untersuchungshaft. Es läuft jedoch eine Sonderprüfung der Revision gegen den verdächtigen Manager.

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Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat Anklage wegen eines Deals zwischen VW und der Deutschen Telekom erhoben, bei dem auch einige Millionen für den VfL Wolfsburg abfallen sollten. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung. Volkswagen habe einen hoch dotierten Vertrag mit der Telekom-Tochter T-Systems erst dann fortgeführt, als die Telekom-Firma ihrerseits angekündigt hatte, einen Sponsorvertrag mit dem VfL Wolfsburg über vier Millionen Euro pro Saison zu verlängern. Der Deal mit T-Systems über die Pflege der Computersysteme bei Volkswagen hätte aber nicht an die Unterstützung für den VfL gekoppelt werden dürfen, glaubt die Staatsanwaltschaft.

Zwei Führungskräfte aus der Einkaufs-Abteilung sind nun wegen Bestechlichkeit angeklagt, zwei frühere Manager und ein Ex-Berater von T-Systems wegen Bestechung. Sie sollen sich vor der Wirtschaftsstrafkammer des Stuttgarters Landgerichts verantworten. Dass T-Systems ihr Sponsoring beim VW-Werksklub später trotzdem einstellte, ändert aus Sicht der Ermittler nichts am Gesetzesverstoß. In Stuttgart ist der Fall anhängig, weil dort einer der Beschuldigten wohnt.

Der Fall ist in mehrerlei Hinsicht bemerkenswert, Wirtschaftsjuristen sprechen von einem „Pilotverfahren“. Erstmals wird juristisch geklärt, ob Deals in Industrie und Wirtschaft mit einem Sport-Sponsoring verknüpft werden dürfen. In der Fußballbranche und darüber hinaus wird das Verfahren aufmerksam und teils mit Sorge verfolgt. Bei einigen von den vielen Firmen, die Lieferanten oder anderweitig Geschäftspartner von Volkswagen sind und zugleich den VfL fördern, haben die Ermittlungen bereits beträchtliche Unruhe ausgelöst. Nach Erkenntnissen der Stuttgarter Kriminalpolizei hat VW nicht nur T-Systems dazu gedrängt, sich beim VfL zu engagieren. Manche VW-Lieferanten hätten „nicht ganz freiwillig“ einem Sponsoring bei den Wölfen eingewilligt, notierte die Kripo. Nun steht das System VW auf dem Prüfstand.

VW sagt dazu, der Konzern habe niemanden zu einem Sponsoring bei den Wölfen gedrängt. „Wir gehen fair mit unseren Geschäftspartnern um.“ Und man habe „kein Problem damit, dass Lieferanten von Volkswagen auch Sponsoringverträge mit dem VfL Wolfsburg abschließen“.

Probleme haben dafür nun die fünf Angeklagten, die alle Vorwürfe zurückweisen. Das sei eine „straflose Klimapflege“ gewesen, sagt der Kölner Anwalt Björn Gehrke, der einen der Beschuldigten vertritt. Alle fünf hätten offensichtlich in dem „guten Glauben gehandelt“, die Interessen ihrer Unternehmen bestmöglich zu vertreten. Außerdem seien sowohl bei VW als auch bei der Telekom „maßgebliche Entscheidungsträger“ in diese Geschäfte eingebunden oder zumindest ausreichend darüber informiert gewesen. „Mit der Einbindung dieser Entscheidungsträger war das alles in diesem Zusammenhang nicht strafbar.“

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Nachhaltigkeit rückt immer stärker auch in den Fokus von CFOs, denn immer häufiger betrifft es die Bereiche Risikomanagement und Compliance, die auch Kosten verursachen. Eine Deloitte Studie zeigt nun, dass dennoch informations- und Handlungsbedarf besteht.
Dabei zeigte sich, dass der Faktor „Nachhaltigkeit“ immer mehr Einfluss auf die finanzielle Performance eines Unternehmens nimmt. Doch in der Praxis spielt das Thema bisher kaum eine oder gar keine Rolle, wie ein Drittel der Befragten CFOs angab.

Über 70 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass finanzielle Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle bei Compliance und Risikomanagement spielen wird. Auch glauben drei Viertel, dass eine auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Finanzpolitik zentraler Gegenstand der Unternehmenskommunikation sein sollte. Lediglich 20 Prozent rechnen jedoch damit, dass das Thema innerhalb der nächsten zwei Jahre einen signifikant höheren Stellenwert für ihre Tätigkeit und ihre strategischen Ansätze haben wird.

Je ein Drittel stark, schwach oder gar nicht engagiert CFOs werden mehr Zeit und Energie darauf verwenden müssen, den Faktor Nachhaltigkeit in ihre Geschäftsstrategie zu integrieren. Zurzeit gibt ein Drittel an, sämtliche Aspekte der Nachhaltigkeit zu berücksichtigen, etwas über ein Drittel tut das eher sporadisch und ein weiteres Drittel kaum oder gar nicht. Jedoch glauben 70 bzw. 60 Prozent an einen wachsenden Einfluss des Themas auf das Risikomanagement bzw. auf die Finanzberichterstattung.

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Für rund 80 Prozent der deutschen Unternehmen hat das Thema „Compliance“ heute einen hohen Stellenwert. 41 Prozent der Firmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 250 Mio. Euro geben sogar an, dass dieser Stellenwert „sehr hoch“ sei. 65 Prozent verfügen aber dennoch über kein Compliance-Management-System, 42 Prozent nicht einmal über eine Compliance-Richtlinie. Den meisten ist das schlichtweg zu teuer – und das trotz verschärften Regelungen zur Manager-Haftung. Das hat eine repräsentative Befragung von 253 deutschen Unternehmen durch das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Kanzlei Kerkhoff Legal ergeben.
„Manager in Unternehmen, die keine Compliance-Maßnahmen getroffen haben, setzen sich heute einem großen Risiko aus“, sagt Sabrina Keese, Partnerin bei Kerkhoff Legal. Nach aktueller Rechtsgrundlage können Manager heute noch bis zu zehn Jahre nach dem Ausscheiden aus einem Unternehmen für Entscheidungen haftbar gemacht werden, die sie getroffen oder zu verantworten haben. „Häufig haben Firmenlenker keinen detaillierten Einblick in die Entscheidungsstrukturen der nachgeordneten Ebenen, können aber dennoch für diese Entscheidungen verantwortlich gemacht werden“, sagt Keese. „Umso wichtiger ist es, durch klar definierte Regelungen das Haftungsrisiko möglichst gering zu halten.“
56 Prozent derjenigen, die bisher kein Compliance-Management-System implementiert haben, halten die Einführung eines solchen Systems für „zu aufwändig“. „Manager riskieren somit lieber persönliche Haftung, als dass sie investieren“, sagt Keese. „Und das, obwohl sich alle der Relevanz der Thematik bewusst sind.“
Selbst beim Vorhandensein einer ausformulierten Compliance-Richtlinie existieren noch große Risiken für Manager. Denn zwar definieren viele Richtlinien was erlaubt ist und was nicht; sie legen aber nicht dar, was bei einem Verstoß gegen sie passieren soll. So geben 54 Prozent der Unternehmen an, dass es bei einem Compliance-Verstoß durch einen Mitarbeiter keine Richtlinien zum Umgang mit diesem Verstoß gebe, sondern willkürlich von Fall zu Fall entschieden werde. Nur knapp ein Viertel der Unternehmen hat angegeben, bei Verstößen klar definierten Richtlinien zu folgen. Ein Fünftel der Unternehmen verfolgt nach eigener Angabe bei Compliance-Verstößen eine „Null-Toleranz-Politik“.
„Eine Compliance-Richtlinie zu erstellen ist stets der erste und richtige Schritt“, sagt Anwältin Keese. „Aber die beste Richtlinie nützt nichts, wenn darauf aufbauend keine eindeutigen Prozesse definiert werden, wie Verstöße zu ahnden sind. Am Ende bleibt die Verantwortung dann doch wieder bei den Vorgesetzten hängen.“ Dies bestätigt die Befragung durch das Institut für Demoskopie Allensbach: In 54 Prozent der Fälle müssen sich Vorgesetzte verantworten, wenn Mitarbeiter gegen die Compliance-Richtlinie verstoßen.

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Das Bundeskartellamt bringt Deutschlands Matratzenhersteller- und Händler um den Schlaf: Wegen des Verdachts der Preisabsprache hat es in dieser Woche an neun Standorten in Bayern, Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Brandenburg Razzien gegeben.

Es bestehe zudem der Verdacht, dass die Hersteller Händlern Nachteile angedroht oder zugefügt hätten oder Vorteile versprochen oder gewährt hätten, um sie zur Einhaltung bestimmter Mindestpreise beim Weiterverkauf von Matratzen anzuhalten, teilte das Bundeskartellamt am Freitag in Bonn mit. Das berichtet die Hamburger Morgenpost.

Wegen Bestechung und Beteiligung an Untreue ermittelt die Staatsanwaltschaft Kiel gegen einen ehemaligen Aufsichtsratschef der Beate Uhse AG. Das berichtet die Berliner Morgenpost. Der Beschuldigte befindet sich seit Samstag in Untersuchungshaft, wie der Kieler Oberstaatsanwalt Manfred Schulze-Ziffer am Montag sagte.

Es gehe um die pflichtwidrige Vergabe von Krediten der ehemaligen Flensburger Sparkasse in den Jahren 2005 und 2006 in Höhe von 45 Millionen Euro. Schulze-Ziffer bestätigte, dass es sich bei dem Festgenommenen um den gebürtigen Flensburger und heute in der Schweiz lebenden Geschäftsmann Richard Orthmann handelt. Die Kredite sollen von ihm gegründeten und kontrollierten Strohfirmen bereitgestellt worden sein, „um damit vorgebliche Stützungskäufe von Aktien der Beate Uhse AG zu tätigen“.

Laut Staatsanwaltschaft sollen den Krediten keine entsprechenden Sicherheiten gegenüber gestanden haben. „Zum Zeitpunkt der jeweiligen Kreditvergaben war die Beate Uhse Aktie einem absehbar stetigen Kursverfall ausgesetzt“, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Dieses Vorgehen soll mit den verantwortlich Handelnden aufseiten der Sparkasse abgesprochen worden sein.

Orthmann befindet sich wegen Verdunkelungs- und Fluchtgefahr in U-Haft. Ebenfalls in Untersuchungshaft genommen wurde einer seiner früheren Mitarbeiter, der sich an den Taten beteiligt haben soll. Die Zeitung „Schleswig-Holstein am Sonntag“ hatte berichtet, der in der Schweiz lebende Orthmann sei am Samstag auf dem Münchner Flughafen festgenommen worden. Wegen Verlusten stand die ehemalige Flensburger Sparkasse 2008 am Rande der Pleite und wurde mit der Nord-Ostsee-Sparkasse (Nospa) fusioniert. Diese geriet Anfang 2010 selbst in Not und musste von den deutschen Sparkassen mit 181 Millionen Euro gerettet werden.


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