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Nachdem Ermittler vergangene Woche Büros von Ex-Mitarbeitern des Automobilherstellers Ford in Saarlouis durchsucht haben und diese unter Korruptionsverdacht standen, wurden sie nun vom Landgericht verurteilt.

Durch Hinweise in einem bereits älteren Verfahren waren die Ermittlungen in dem mutmaßlichen Korruptionsfall nun aufgenommen worden. Gegenüber der „Saarbrücker Zeitung“ bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft die Informationen bereits vergangene Woche.
Am Donnerstag mussten sich die beiden Ex-Mitarbeiter des Autoherstellers vor dem Landgericht verantworten. Dabei wurde der 67 Jahre alte Angeklagte wegen Bestechlichkeit und Beihilfe zum Betrug zu einer Bewährungsstrafe von sieben Monaten verurteilt.

Der jetzige Rentner soll in seiner aktiven Zeit bei Ford in Saarlouis von einer saarländischen Firma geschmiert worden sein. Insgesamt wird eine Summe von 60.000 Euro genannt. So sollen dem Chef des Unternehmens aus der Sanitärbranche laut Zeitungsbericht im Gegenzug geholfen worden sein, Aufträge zu erhalten, um Installations- und Sanierungsarbeiten in einer Halle bei Ford in Saarlouis durchzuführen oder diese überteuert abzurechnen. Der 63-jährige Verurteilte soll zwischen 2001 und 2007 bei dem Sanitätsunternehmen gearbeitet haben.

Der 53-jährige Chef der Firma wurde ebenfalls zu einer Gefängnisstrafe auf Bewährung in Höhe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt. Ihm wird Bestechung und Betrug zur Last gelegt. Die beiden Männer wiesen die erhobenen Vorwürfe von Anfang an zurück. Noch ist das Urteil nicht rechtskräftig, die Angeklagten wollen in Revision gehen.

Die Betrugs- und Korruptionsaffäre bei Ford nimmt immer größere Ausmaße an. Inzwischen werde gegen rund einhundert Beschuldigte wegen Verdachts der Bestechung, der Bestechlichkeit, des Betruges oder der Untreue ermittelt. Darüber berichten die Welt und Focus.

Laut Staatsanwaltschaft Köln richten sich die Ermittlungen gegen Ford-Mitarbeiter sowie Zuliefer- und Handwerksfirmen. Es seien Beweismittel in „enormem Umfang“ sichergestellt worden. Ein Ende der Ermittlungen ist laut Staatsanwaltschaft noch nicht absehbar.

So soll etwa der Chef einer Industriemontage-Firma eine Schmiergeldliste namens „Fremdarbeiter“ mit bis zu 40 offenbar korrupten Ford-Mitarbeitern aus diversen Abteilungen geführt haben. Der Unternehmer legte dem Magazinbericht zufolge inzwischen ein Geständnis ab. Unter anderem soll der Firmenchef zwischen 2003 und 2010 leitende Angestellte aus dem Ford-Gruppenstab, die für den Bau und die Modernisierung von Produktionshallen in allen europäischen Autowerken zuständig waren, mit mindestens 1,2 Millionen Euro in bar geschmiert haben.
Das Netzwerk reichte aber wohl bis in die Werkshallen und Ersatzteillager. Offenbar bezahlte die Ford AG jahrzehntelang Ersatzteile, die nie geliefert wurden. Verschleiert wurde die Masche durch falsche Lieferscheine. Den Gewinn teilten sich die Zulieferfirmen demnach mit den bestechlichen Ford-Verantwortlichen. Oberstaatsanwalt Bremer: „Das war ein gelebtes System“.
Ford arbeitet bei der Aufklärung der Vorfälle eng mit der Staatsanwaltschaft zusammen und unterstützt die Behörden mit eigenen Ermittlungen.

MIAMI - OCTOBER 26: A Ford sign stands at a dealership on October 26, 2010 in Miami, Florida. The Ford Motor Co. reported third-quarter earnings of $1.7 billion today, its sixth consecutive quarterly profit. (Photo by Joe Raedle/Getty Images)

Keine schöne Bescherung: Rund 30 Büros und Wohnungen von Ford-0Mitarbeitern in Köln und Leverkusen durchsucht. Es gehe um den Verdacht der Bestechung, der Untreue und des Betrugs. Dabei wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft Köln eine Person festgenommen. Neben der Staatsanwaltschaft waren auch das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen und die Steuerfahndung an den Durchsuchungen beteiligt.
Mitarbeiter des Autobauers sollen systematisch Schmiergeld und andere Vorteile angenommen und im Gegenzug unter anderem Rechnungen über Arbeiten akzeptiert haben, die so nicht geleistet wurden.
Ein Anfangsverdacht gegen Ford bestand bereits seit Sommer 2010. Zu den Manipulationen soll es bei technischen Anpassungen bei Modellwechseln gekommen sein. Möglicherweise seien mehrere Standorte des Autobauers in Europa betroffen. Insgesamt soll Ford ein Schaden in Millionenhöhe entstanden sein.
Ford-Sprecher Bernd Meier erklärte, Ford arbeite eng mit den Ermittlungsbehörden zusammen und personelle Konsequenzen seien bereits auf allen Ebenen eingeleitet worden. Das Unternehmen werde von den Beschuldigten Schadenersatz fordern.

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