Tag: Finanzexperte

Im Kampf gegen Geldwäsche soll der Vatikan einen internationalen Finanzexperten engagiert haben. Das berichtet die Tageszeitung „Die Welt„. Der 40-jährige Schweizer Anwalt René Brülhart solle den Vatikan bei der Regulierung seiner Finanzen unterstützen sowie zu mehr Transparenz verhelfen, sagte Vatikansprecher Federico Lombardi am Dienstag. Dies sei eine Reaktion auf eine Aufforderung des Europarats im Juli zu mehr Anstrengungen im Kampf gegen die Geldwäsche. Der Vatikan wolle seinen Verpflichtungen nun nachkommen, sagte Lombardi.

Wie soll eigentlich der Stresstest für Europas Banken das Vertrauen der Märkte stärken, wenn ausgerechnet die Bank durchfällt, die gerade erst mühevoll gerettet wurde? Waren der Stresstest, das Bankenrettungspaket oder gar beides viel Lärm um nichts? War der Stresstest eigentlich Stress für Banken, Banker, Politiker oder Bankenaufsicht?
Gewiss, die Aussagekraft des Krisenszenarios ist beschränkt. Das haben selbst ausgeklügelte Szenarien so an sich.
Experten behaupten – manche etwas lauter, manche etwas leiser – der Test sei in Bezug auf die Risikotragfähigkeit der einzelnen Banken weniger aussagekräftig, als die vorher bereits bestehenden Kontrollen von BaFin und Bundesbank. Wem hilft also dieses Ergebnis? Den Märkten, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung schongeschlossen waren oder kurz davor standen offensichtlich nicht. Der Politik, die im Fall Hypo Real Estate offensichtlich nicht überzeugen konnte, wohl auch nicht.
Verglichen mit der wochenlangen Nervosität des Bankensektors erscheinen die Resultate des Banken-Stresstests eher unspektakulär. Europaweit betrachtet ist der Test sogar noch besser ausgefallen als von vielen Experten eigentlich erwartet wurde. Es bleibt also zu hoffen, dass beim nächsten Mal auf verwertbare und vergleichbare Weise die Risikotragfähigkeit der Banken, und nicht nur die Stressresistenz der Beteiligten getestet wird.

Nestor Advisors, ein Londoner Beratungsunternehmen, das sich vorwiegend mit Fragen von Corporate Governance beschäftigt, hat eine Studie über die Aufsichtsorgane der 25 führenden Banken Europas in der Finanzkrise veröffentlicht. Dazu zählen unter anderem auch die Deutsche Bank und die Commerzbank. In der Studie fordern die Verfasser eine Professionalisierung der nicht-geschäftsführenden Directors, sprich der Bankaufsichtsräte, „um ein Niveau ehrlichen und kritischen Nachdenkens zu erreichen, das für eine bessere Risikosteuerung notwendig ist“.
Die Forderungen sind allesamt nicht neu. Dennoch ist bemerkenswert, dass trotz der Unterschiedlichkeit der Aufsichtssysteme in Europa, scheinbar systemübergreifend gültige Verbesserungsvorschläge erfolgen können:
Die Bank Boards sollten nach Auffassung der Nestor Advisors mehr Experten aus dem Finanzsektor einbeziehen. Hier könnte Deutschland mit dem „Financial Expert“ auf dem richtigen Weg sein. Interessant ist aber auch, dass Nestor Advisors fordert, die Banken sollten von Ihren Aufsichtsorganen einen höheren Arbeitseinsatz einfordern, obwohl diesbezüglich im vergangenen Jahr bereits eine eindeutige Entwicklung zu verzeichnen gewesen sei. Weiterhin wird gefordert, dass die Banken anderweitige Engagements ihrer Aufsichtsratsmitglieder, etwa in anderen Aufsichtsräten, beschränken sollten. Dadurch würde sich ein begrüßenswerter Wettbewerb um die besten Aufsichtsräte entwickeln. Hier seien die Gesetzgeber der einzelnen Staaten gefordert, geeignete Regularien für Bank-Aufsichtsorgane zu entwickeln. Wiederum ein Ansatz, der in Deutschland bereits angegangen wurde. Obwohl sich Nestor Advisors der aktuellen Sensibilität des Themas bewusst sind, fordern sie auch, dass Aktionäre trotz der aktuellen Diskussion über Managervergütungen über eine Anhebung der Vergütung für ihre Aufsichtsräte nachdenken sollten.
Einige der Aufsichtsmängel, die maßgeblich zur Finanzkrise beigetragen haben, seien ohne großen Aufwand abzustellen. Generell lasse sich sagen, dass den Bank-Aufsichtsorganen schlicht die Übersicht gefehlt habe. Nestor Advisors fordert jedoch auch eine Deregulierung. Aufsichtsräte bräuchten nicht noch mehr Kontrollbefugnisse, sondern mehr Gestaltungsraum bei der Zusammenarbeit mit dem handelnden Vorstand.
Die Studie ist im Internet hier abrufbar.

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