Tag: FATCA

Der Information Reporting Program Advisory Committee (IRPAC), ein beratender Ausschuss des Internal Revenue Service (IRS) hat in seinem am Mittwoch vorgestellten Jahresbericht darauf hingewiesen, dass die Umsetzung des Foreign Account Tax Compliance Act (FATCA) mit ausländischen Gestezen kollidieren könnte. Das berichtet die Accounting Today.

FATCA verlangt von ausländischen Finanzinstituten, Informationen über die Rechnungslegung von US-Steuerzahlern und ausländische Unternehmen, an denen US-Steuerzahler eine wesentliche Beteiligung halten, an die IRS zu übermitteln.

In der neuen IRPAC Bericht, warnte der Ausschuss vor den Auswirkungen der neuen Anforderungen. „Die Verpflichtungen, die FATCA ausländischen Finanzinstituten auferlegt stehen möglicherweise in einigen Punkten im Widerspruch zu gesetzlichen Beschränkungen für solche Institute nach ausländischem Recht „, so der Bericht. „IRPAC empfiehlt, dass die IRS die Existenz solcher Einschränkungen bei der Formulierung von Leitlinien unter FATCA berücksichtigt.“ Zum Beispiel könnte FATCA-Meldepflicht potenziell die Privatsphäre oder Datenschutzgesetze im Ausland verletzen. Ausländische Banken könnten auch von der Erhebung der Quellensteuer, insbesondere auf durchgeleitete Zahlungen, befreit werden.

Der Bericht stellte fest, dass die vom IRS vorgesehene Übergangszeit möglicherweise für Finanzinstitute zu kurz sei. Es müssten Systeme aufgebaut und Due Dilligence Prozesse durchgeführt werden. IRPAC empfahl außerdem, dass die IRS weitere Hinweise erlassen solle, die zusätzliche Zeit für die Banken vorsehe, die die zur Erhebung der Quellensteuer benötigten Systeme entwickeln würden und außerdem auch Regeln für die Identifizierung von betroffenen ausländischen Finanzinstituten und Verfahren aufzustellen, damit die Finanzinstitute sicherstellen könnten, ob und inwieweit ein Kontoinhaber der FATCA unterfalle. IRPAC empfahl auch ausdrücklich die Formulare zu überarbeiten, damit diese weniger verwirrend seien.

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Der luxemburgische Fondsverband ALFI rechnet bei einem unveränderten Inkrafttreten von FATCA mit grundlegenden Veränderungen für den Vertrieb von Fonds. Das berichtet der Online-Dienst „Fondsprofessionell“. FATCA wurde im März 2010 von der US-Regierung verabschiedet und umfasst ein Regelwerk für die Besteuerung von in den USA steuerpflichtigen Personen mit ihren weltweiten Einkünften und soll dazu dienen, Steuerschlupflöcher konsequent zu schließen.

Seit der Ankündigung 2010 beobachten ALFI und der europäische Fondsverband EFAMA aufmerksam die Entwicklungen zu FATCA und haben sich kürzlich mit Vertretern des US-Finanzministeriums getroffen, um eine Anpassung des Zeitplans für die Umsetzung von FATCA wirklichkeitsnaher zu gestalten. ALFI ist davon überzeugt, dass FATCA für beide Parteien – die Fondsindustrie außerhalb der USA und die US-Behörden – ein sehr umfangreiches Projekt ist und mehr Vorbereitungszeit für eine erfolgreiche Umsetzung erfordert. „Es ist nicht die Absicht von ALFI, FATCA zu stoppen, zumal die Gesetzeslage in den USA hierzu eindeutig verabschiedet ist. Wir sehen unsere Aufgabe allerdings darin, Wege zu finden, sich der neuen Gesetzeslage anzupassen und die US-Behörden bei ihrem Ziel zu unterstützen, die Steuerflucht einzudämmen. Gleichzeitig wollen die administrativen Belastungen für die europäische Fondsindustrie und die für Investoren entstehenden Kosten verringern“, erklärt Muller.

„Es gibt keine Option für die europäische und globale Fondsindustrie, FATCA auszuweichen, da zum einen das Gesetz in den USA so verabschiedet worden ist und zum anderen das Netz für Steuerflüchtlinge durch die US-Behörden so weit ausgeworfen wurde, dass es schwer ist, diesem zu entkommen. Es sei denn, man wolle nie wieder Geld in den USA anlegen“, so Muller abschließend.

Der ungarische Finanzminister György Matolcsy als Vertreter der EU-Rats-Präsidentschaft und der EU-Steuerkommissar Algirdas Semeta haben im «Dossier FATCA» ihre Befürchtungen über hohe Kosten durch das US-amerikanische Steuergesetz „FACTA“ (Foreign Account Tax Compliance Act ) zum Ausdruck gebracht.
In dem gemeinsamen Brief an US-Finanzminister Timothy Geithner und den Chef der amerikanischen Steuerbehörde IRS, Douglas Shulman, laden Matolcsy und Semeta zu einem «Dialog» über die FATCA ein. Die FATCA, die 2013 in Kraft treten soll, verpflichtet ausländische Finanzinstitute mit US-Kunden und ausländische Nicht-Finanzunternehmen mit einem erheblichen Anteil amerikanischer Eigner, der IRS Informationen über US-Steuerpflichtige offenzulegen. Wer die FATCA-Anforderungen nicht oder nicht vollständig umsetzt, wird mit einer Quellensteuer von 30% auf Erlöse aus US-Anlagen belegt. Nach Absprache mit den Mitgliedstaaten und mit deren Unterstützung haben die EU-Kommission und die Präsidentschaft die potenziellen negativen Auswirkungen auf die EU-Finanzindustrie nun in ihrem Brief angesprochen. Man wolle mit den amerikanischen Behörden Lösungen ausloten, die gewährleisteten, dass diese die geforderten Informationen ohne übermässige Lasten für die EU-Finanzinstitute erhalten würden, erklärten die beiden EU-Organe. Dabei betonen Matolcsy und Semeta , die FATCA verfolge letztlich ähnliche Ziele wie die EU-Zinsbesteuerungsrichtlinie, die den automatischen Informationsaustausch über die Auszahlung von Zinserträgen an EU-Ausländer eingeführt habe. Die Banken bzw. die Zahlstellen melden derartige Zahlungen an die Behörden im eigenen Land, die sie dann in gebündelter Form weiterleiten.

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