Tag: Deutsche Bank

Der frühere Chef des Bundesnachrichtendienstes, Ernst Uhrlau, ist in die freie Wirtschaft gewechselt. Seit Anfang Februar arbeitet Uhrlau, der auch Geheimdienstkoordinator der Bundesregierung war, im Risikomanagement der Deutschen Bank. Er solle das Geldinstitut in Fragen globaler Sicherheit beraten, berichtete der Spiegel. Der neue Job sei mit Kanzleramtsminister Ronald Pofalla abgesprochen und von diesem gebilligt worden. Uhrlau, 65, war Ende vorigen Jahres als Geheimdienstchef verabschiedet worden. Der Sozialdemokrat amtierte sechs Jahre lang als Präsident des Auslandsnachrichtendienstes.

Die Subprime-Krise holt die Deutsche Bank noch einmal ein: Die US-Regierung verklagt das Institut wegen Hypothekenbetrugs, weil es faule Häuserkredite vergeben und über ihre Qualität gelogen haben soll – damit der US-Steuerzahler für die Ausfälle bürgt. Der Staat wirft der größten deutschen Bank und ihrer 2007 übernommenen Tochter „Mortgage IT“ Betrug beim Geschäft mit Hypothekenfinanzierungen vor. Das teilte die Bundesstaatsanwaltschaft von Manhattan am Dienstag mit. Die Staatsanwälte sprachen von „rücksichtslosen Praktiken bei der Vergabe von Hypothekenkrediten“. Die Deutsche Bank hat entschlossenen Widerstand gegen die Klage angekündigt. Die Aktie der Deutschen Bank weitete am Dienstag ihre Kursverluste auf 2,1 Prozent aus und gehörte damit zu den größten Verlierern im DAX.

„Nach unserer Einschätzung entbehrt die Klage gegen Mortgage IT und die Deutsche Bank jeder Grundlage“, sagte ein Konzernsprecher am Dienstag in Frankfurt. Der in New York eingereichten Klage zufolge machte das Finanzinstitut unrichtige Angaben gegenüber dem Staat, der für die Hypotheken bürgte – so konnte die Deutsche Bank die Kredite weiterverkaufen. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg geht es bei den möglicherweise zu Unrecht in Anspruch genommenen Ausfallgarantien für Hypothekenkredite um eine Summe von insgesamt einer Milliarde Dollar.

Die Bank hatte die auf die Vergabe, den Ankauf und die Verbriefung von Wohnimmobilienkrediten spezialisierte Firma Mortgage IT im Jahr 2007 übernommen, nur wenige Monate, bevor der Markt für Ramschkredite zusammenbrach und den gesamten Immobilienmarkt mitriss. Die Vorwürfe der US-Staatsanwaltschaft, so hieß es aus Finanzkreisen, beziehen sich auf von der Federal Housing Authority für einen Teil der Hypothekenkredite übernommene Garantien. Die Frage sei, ob diese Garantien beim Niedergang des überhitzten US-Immobilienmarktes zu Recht oder zu Unrecht in Anspruch genommen wurden, als die Zahlungen für die Hypotheken ausblieben.

In der Klage heißt es nun, die Deutsche Bank habe Ramschkredite vergeben und sie dann der Regierung gegenüber als einwandfrei bezeichnet – um in den Genuss des staatlichen Versicherungsschutz zu kommen und die faulen Kredite weiterverkaufen zu können. Der Staat fordert von der Bank Schadenersatz und zusätzlich eine Geldstrafe.

Wie das Handelsblatt berichtet, bezeichnete US-Staatsanwalt Preet Bharara auf einer Pressekonferenz in Manhattan die Geschäfte der Deutschen Bank und Mortgage IT als „ die schlimmsten der gewagten Kreditvergabepraktiken in der Branche“. Bisher seien keine anderen Banken angeklagt, aber Bharara fügte hinzu, es brauche nur wenig Fantasie, um sich zu vorzustellen, dass sie sich auch andere Kreditinstitute anschauen. US-Generalstaatsanwalt Eric Holder teilte dem Justizausschuss des Repräsentantenhauses derweil mit, das Justizministerium sei bei der Untersuchung von Hypothekenbanken sehr aktiv – sei und auch die Verantwortlichkeit der dort angestellten Einzelpersonen betrachte.

Mit der Klage gehen die US-Ermittler bei der Aufarbeitung der Finanz- und Wirtschaftskrise weiter in die Offensive. Im vergangenen Jahr hatte die Börsenaufsicht SEC der US-Investmentbank Goldman Sachs vorgeworfen, ihre Kunden bei Geschäften mit Hypothekenpapieren betrogen zu haben. Am Ende zahlte Goldman Sachs in einem Vergleich 550 Millionen Dollar.

Nun scheinen sich die US-Offiziellen die Deutsche Bank vorzunehmen: Erst im April hatte ein Bericht des US-Senats zur Finanzkrise die Deutsche Bank neben Goldman Sachs als einen Auslöser der massiven Probleme mit US-Hypothekenkrediten genannt.

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Beim 200 Millionen Euro teuren Umbau der der Zwillingstürme der Deutschen Bank soll es massive Unregelmäßigkeiten gegeben. Sogar mit Bordellbesuchen sollen Mitarbeiter der Baufirma bestochen worden sein. Das berichtet das Handelsblatt.
Bei dem ausführenden Baukonzern Imtech laufen in der Sache umfangreiche Ermittlungen wegen des Verdachts auf Korruption und Bestechung. Die Vorwürfe betreffen verschiedene leitende Angestellte des Baukonzerns. Die Mitarbeiter, bei denen die Drähte auf der Baustelle zusammenliefen, sollen ihre Stellung ausgenutzt haben. Imtech ist mit 4700 Beschäftigten und mehr als einer Milliarde Euro Umsatz einer der führenden Baukonzerne in Deutschland. Schon Anfang 2010 fiel bei Imtech auf, dass die insgesamt 35 verschiedenen Subunternehmer viel mehr Stunden abgerechnet hatten, als ursprünglich geplant. Doch jede Stunde musste von einem Imtech-Vertreter abgezeichnet werden, bevor sie bezahlt wurde. Der Konzern witterte Betrug – und schickte sogar einen Vorstand aus Hamburg auf die Baustelle.
Die Deutsche Bank wollte sich auf Anfrage zu internen Vorgängen bei Imtech nicht äußern. Ein Sprecher sagte, die Bank sei insgesamt mit dem Projektverlauf sehr zufrieden. Man habe festgestellt, dass an vielen Stellen die beteiligten Unternehmen exzellent gearbeitet hätten. Die Bank prüft derzeit, ob sie die Zwillingstürme verkauft. Die Bank verspricht ein Vorbild der Superlative: Der CO2-Ausstoß soll um mindestens die Hälfte sinken, der Wasserverbrauch um fast 75 Prozent, und durch ein neues Fahrstuhlkonzept sollen auch die Wartezeiten an den Aufzügen drastisch verringert werden. Krönender Abschluss soll für den Außenbetrachter die Neugestaltung der Grünanlagen zwischen den Türmen und der Villa Sander werden.

Auf die Deutsche Bank könnten wegen riskanter Zinswetten Schadenersatzzahlungen in Millionenhöhe zukommen. In einem beim BGH anhängigen Verfahren um den Verkauf der riskanten Zinswetten droht dem Kreditinstitut eine Niederlage. Der Bundesgerichtshof ließen am Dienstag durchblicken, dass das Frankfurter Kreditinstitut im Falle der Ille Papier Service GmbH seine Beratungspflichten verletzt habe.
In der Verhandlung vor dem BGH hatte Richter Ulrich Wiechers gesagt, nach der vorläufigen Einschätzung des Senats habe die Bank wohl zweifach gegen ihre Beratungspflicht verstoßen, und der Geschäftsführer des Unternehmens und seine Tochter hätten die „spekulative Wette“ auf die künftige Zinsentwicklung wohl nicht verstanden, sagte Wiechers. Der Hinweis des Beraters auf einen theoretisch unbegrenzten Verlust habe dabei nicht ausgereicht. “ Die Deutsche Bank habe zudem versäumt, über die für das Unternehmen ungünstige Struktur aufzuklären. Ille musste erst einen „negativen Marktwert“ des Produkts von 80.000 Euro aufholen, mit dem die Bank ihr Risiko, ihre Kosten und ihren Gewinn abschöpfte. Wiechers sagte, das Institut habe nicht genug getan, diesen Interessengegensatz mit dem Kunden aufzulösen. Der Mittelständler hatte im Jahr 2005 ein Swap-Geschäft abgeschlossen und dabei hohe Verluste einstecken müssen, weil sich die Zinsen anders entwickelten als erhofft. Nun verlangt das Unternehmen von der Deutschen Bank rund 540.000 Euro Schadenersatz.
Die Deutsche Bank hatte die komplizierten Finanzprodukte insgesamt an 500 Firmen und 200 Kommunen verkauft. Der konkrete Fall ist nur einer von etwa zwei Dutzend in dem Streit um Zinswetten, mit denen sich Deutschlands Gerichte seit Jahren herumschlagen.
Der Rechtsvertreter der Deutschen Bank, Reiner Hall, warnte vor der Tragweite eines negativen Urteils. „Dann lösen sie eine zweite Finanzkrise aus“, sagte er an das Gericht gewandt. Der BGH schüfe damit eine neue Pflicht für die Banken zur Aufklärung über ihre Renditen, auf die sich alle Kunden berufen könnten, deren Spekulationen schiefgegangen seien.
Sowohl das Landgericht Hanau und das Oberlandesgericht Frankfurt hatten die Schadensersatzklage jedoch abgewiesen: Die Chancen und Risiken des Produkts seien erkennbar gewesen. Zudem habe die Deutsche Bank ausreichend vor einem „theoretisch unbegrenzten Verlustrisiko“ gewarnt, urteilten die Richter. Die Bank selbst hatte stets betont, sie habe Kunden auf die Risiken der Anlage hingewiesen und angemessen beraten.
Die Anwälte von Ille hatten dies bestritten und den Fall beim BGH zur Revision vorgelegt. Dieser musste nun prüfen, ob die Deutsche Bank die Risiken des Produktes angemessen erklärt hat.

Die japanische Finanzaufsicht hält Deutschlands größtes Geldhaus für das weltweit systemrelevanteste Kreditinstitut. Sollten sich andere Aufsichtsbehörden dieser Sichtweise anschließen, könnten auf die Deutsche Bank zusätzliche, massive Kapitalvorschriften zukommen.
Die japanische Finanzaufsicht und die Notenbank des Landes haben die Deutsche Bank auf den ersten Rang einer Liste mit systemrelevanten Instituten gesetzt. Erst dahinter folgten Goldman Sachs und JPMorgan Chase.
Seit langem wird die Deutsche Bank als Kandidat für die Liste der systemrelevanten Institute gehandelt. Überraschend ist aber, dass Japan nun offensichtlich bei einem Zusammenbruch der Deutschen Bank mehr Gefahrenpotenzial sieht als bei einem Kollaps der stets als risikoreicher wahrgenommenen US-Investmentbanken.
Die japanischen Behörden haben dem „Mainichi“-Bericht zufolge die insgesamt 60 Namen umfassende Banken-Liste bereits dem Finanzstabilitätsrat (FSB) vorgelegt. Dieses aus etwa zwei Dutzend Nationen bestehende Gremium soll dann bis Mitte 2011 entscheiden, welche Institute als so genannte „Systemically Important Financial Institutions“ (SIFIs) eingestuft werden. Noch ist unklar, welche konkreten Konsequenzen es für eine Bank hat, wenn das FSB zu dem Schluss kommt, dass das Geldhaus hohe Systemrelevanz hat. Allgemein wird jedoch davon ausgegangen, dass diese Institute dann beispielsweise eine höhere Eigenkapitalausstattung vorweisen müssen, um Verluste im Krisenfall besser abfangen zu können. Dabei ist durchaus möglich, dass die Aufseher jeweils unterschiedliche nationale Vorgaben machen.

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