Tag: Banken

79 Prozent der Kreditinstitute bewerten die Einhaltung gesetzlicher und selbstverpflichtender Vorschriften als bedeutende Managementdisziplin für das eigene Institut. Als wichtigste Gründe werden neben dem Schutz eigener Mitarbeiter (87 Prozent), die Risikominimierung (83 Prozent) und der Reputationsschutz (83 Prozent) genannt. In der praktischen Umsetzung zeigt sich jedoch noch Verbesserungspotenzial. So wird die Compliance-Lagebewertung künftig noch fundierter sein müssen als heute üblich. Das ist das Ergebnis des Managementkompass Corporate Governance von Steria Mummert Consulting. Der Managementkompass „Corporate Governance“ basiert auf einer Online-Befragung. Dazu wurden 350 Fach- und Führungskräfte großer und mittelständischer Unternehmen verschiedener Branchen im Juli 2011 befragt.

In der stark regulierten Finanzbranche ist die Komplexität der Compliance- und Corporate-Governance-Anforderungen besonders hoch – ebenso der bereits erreichte Reifegrad. Die jüngsten Gesetzesnovellen für Banken und Versicherungen setzten in der Compliance-Risikobewertung dennoch neue Maßstäbe. So müssen beispielsweise Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und sonstige Straftaten künftig als ein Komplex betrachtet und gesamthaft bewertet werden. Das wirkt sich unmittelbar auf die Analyse von Kundenbeziehungen aus, um etwa Vortaten zur Geldwäsche wie Steuerhinterziehung zu verhindern. Diese detaillierten Prüfkriterien gelten für die gesamte Unternehmensgruppe, also auch für alle Konzerngesellschaften im Ausland.

„Wenn alle Beziehungen zu Kunden und deren wirtschaftlich Berechtigten national und international neu zu bewerten sind, dann ist die Compliance Stelle gefragt, aus einem globalen Review kein Debakel werden zu lassen.“, sagt Martin Stolberg, Compliance-Experte von Steria Mummert Consulting. „Eine zentral nutzbare Informationsbasis mit allen aktuellen Anforderungen und Kundendaten ist die naheliegende Lösung, um Aufwände und Abstimmungsbedarfe gering zu halten.“

Für dieses Ziel muss das Rad aus Sicht von Martin Stolberg nicht neu erfunden werden. So basieren beispielsweise CRM und Client-Due-Dilligence Bewertungen auf nahezu identischen Informationen, die jedoch bisher noch von unterschiedlichen Unternehmensbereichen verwendet werden. „Um den Vorschriften des Datenschutzes zu entsprechen, müsste zunächst ein Filter über die Datenerhebung und -auswertung gelegt werden. Die Überführung in eine gemeinsame Nutzung macht es anschließend möglich, alle relevanten Compliance-Bewertungen zu verdichten. Angenehmer Nebeneffekt: Compliance wird auf diesem Wege kostengünstiger“, so abschließend Martin Stollberg.

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Geldwäsche scheint auf den ersten Blick eine Frage der Moral und nicht der Wirtschaft zu sein. Auf den zweiten Blick zeigt sich aber, dass Geldwäsche völlig unabhängig von einer moralischen Wertung die Wirtschaft vor unkalkulierbare Risiken stellt, weil es die Markgesetze sowohl der Realwirtschaft als auch des Finanzmarktes aushebelt. Bei der Geldwäsche steht die Verschleierung an erster Stelle, nicht die Profitabilität einer Investition. Damit unterläuft sie den fairen Wettbewerb mit anderem Kapital und wird zum Risiko. Klug und verantwortungsvoll geführte Banken investieren deshalb mehr denn je in den Kampf gegen Geldwäsche, wie eine Studie der Unternehmensberatung KPMG zeigt.
Rund 80 % der Institute haben ihre Ausgaben zur Verhinderung von Geldwäsche in den vergangenen drei Jahren enorm gesteigert. Die Hälfte der Banken gibt für Investitionen in entsprechende Maßnahmen heute mindestens 20 % mehr aus, jede dritte meldet sogar Kostensteigerung um 50 % oder mehr. Fast alle Institute rechnen damit, dass dieser Trend anhalten wird. Das hat eine weltweite Umfrage der KPMG zum Thema Geldwäscheprävention unter 200 großen Banken ergeben, darunter 50 in Westeuropa und sieben in Deutschland.
Die Hälfte der befragten Banken gibt bis zu einer Million Dollar im Jahr für Maßnahmen zur Bekämpfung der Geldwäsche aus. Weitere 24 % melden Aufwendungen in Höhe von bis zu fünf Millionen Dollar, und bei weiteren 14 % liegt der Aufwand sogar noch höher.
Bemerkenswert ist, dass es bei der Entwicklung und der Umsetzung von Sicherungsmaßnahmen große Unterschiede gibt. Nur 28 % der Banken entwickeln auf globaler Ebene Maßnahmen zur Prävention der Geldwäsche, um diese dann auch weltweit umzusetzen. Bei jeder dritten Bank gibt es entsprechende Grundsätze und Verfahren ausschließlich auf regionaler beziehungsweise lokaler Ebene.

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