Tag: Anastassia Lauterbach

Die Deutsche Telekom hat sich mit sofortiger Wirkung von Top-Managerin Anastassia Lauterbach getrennt. Eigentlich nur eine Randnotiz in der Financial Times, die es jedoch in sich hat: Ausgerechnet Lauterbach wurde noch im April 2010 kurz nach öffentlichkeitswirksamer Einführung einer vom Konzern selbst auferlegten Frauenquote als erste „Quotenfrau“ in eine Spitzenposition gehievt. Bis 2015 wollte die Telekom eigentlich 30 Prozent aller Positionen im mittleren und oberen Management mit Frauen besetzen – als erster und bislang einziger Dax-Konzern. Die Frauenquote sei keine Gleichmacherei, sagte Konzernchef René Obermann damals, sondern ein Gebot der gesellschaftlichen Fairness und eine Notwendigkeit für den Erfolg. „Mit mehr Frauen an der Spitze werden wir einfach besser.“

Als Anastassia Lauterbach – kommissarisch – die Leitung des Bereichs Produkte und Innovationen übertragen wurde, da galt das vielen Beobachtern als Beleg dafür, dass der Konzern es ernst meinte mit der Frauenquote. Doch schon im November wurde Lauterbach degradiert – kaum wahrgenommen von der Öffentlichkeit: Edward Kozel, der neue Vorstand für Technik und Innovation wurde, berief Thomas Kiessling zur Leiter der Sparte. Lauterbach wurde stattdessen nur die Verantwortung für die Beteiligungsgesellschaft T-Ventures übertragen. Die Telekom erklärte dies damals damit, dass Lauterbach den Produktbereich nur kommissarisch eingenommen habe und der neue Posten ebenfalls bedeutend sei. Laut „Handelsblatt“ ist die Managerin im Unternehmen nicht unumstritten gewesen.

Die jetzige Trennung von Lauterbach wollte der Konzern nicht kommentieren. Dennoch: Nicht einmal ein Jahr nach Einführung ist die gelebte Frauenförderung bei der Telekom eine peinliche Farce. Welche Gründe auch immer hinter der Entscheidung in der Personalie Lauterbach stehen. Die Telekom hat die guten Gründe für die eine Frauenförderung damit vollkommen konterkariert.
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BONN, GERMANY - MARCH 09: The logo of the German telecoms provider Deutsche Telekom is pictured at twilight at the company's headquarters on March 09, 2010 in Bonn, Germany. (Photo by Kirsten Neumann/Getty Images)

Die erste Frau, die die Deutsche Telekom nach der Einführung ihrer Frauenquote beförderte, verliert ihren Posten bereits wieder. Der Technik- und Innovationsvorstand der Telekom Edward Kozel hat sich für die Versetzung der 37-Jährigen Anastassia Lauterbach entschieden, die in Zukunft die Telekom-Beteiligungsgesellschaft T-Ventures leiten soll. Ihr Nachfolger im Innovationsbereich wird Technikprofi Thomas Kiessling.
Anastassia Lauterbach leitete seit März den Bereich Produkte und Innovationen und war damit die ranghöchste Frau bei der Deutschen Telekom. Den prestigeträchtigen Job hatte Lauterbach die 37-Jährige zwar zunächst nur kommissarisch übernommen. Dies geschah jedoch vor dem Hintergrund, der ihr Vorgesetzter, der Technik- und Innovationsvorstand Edward Kozel zu der Zeit noch gar nicht im Amt war. Nun hat er sich gegen die ehemalige McKinsey-Beraterin entschieden.
Lauterbach, die intern wegen ihres dominanten Auftretens nicht unumstritten ist, wird künftig die Telekom-Beteiligungsgesellschaft T-Ventures leiten und ist für strategische Partnerschaften und die Integration von Übernahmeobjekten verantwortlich. In Konzernkreisen wird die Versetzung von manchen als Degradierung empfunden. Dieser Darstellung widerspricht die Telekom jedoch. Der neu geschaffene Posten habe eine große strategische Bedeutung für den Konzern, den Vorstandschef René Obermann zum bevorzugten Partner der Internetwirtschaft entwickeln will. Dafür seien Kooperationen mit Entwicklern und Investitionen in neue Geschäftsideen – wie sie Lauterbach nun verantwortet – entscheidend.
Dennoch verbessert das Personalkarussell im Ergebnis auch die Frauenquote der Telekom: Personalchefin des Technikbereiches wird Rita Lietzke, die seit dem Jahr 1995 bei der Telekom arbeitet und nun in das Führungsteam der 70 Topmanager des Konzerns aufsteigt.
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