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„Schrottwichteln“ nach Compliance-Art

Adventszeit ist, wenn Sales und Einkauf in der der Complianceabteilung langsam lästig werden. Jetzt türmen sich wieder die billigen Weine, Füllfederhalter und Taschenkalender in der Post und alle fragen bange in der Complianceabteilung: Darf ich – oder muss ich das etwa behalten?

Einen ganz neuen Weg geht ein Unternehmen, das aus Datenschutzgründen hier anonym bleiben möchte – ebenso wie der großzügige Geschäftspartner, der den Kollegen trotz vertrauensvoller Zusammenarbeit allerdings eigentlich gar nichts schenken wollte. Fabrikneue Unterhaltungselektronik, die auch Officefunktionen hat, wurde mit Rücksicht auf die Compliance-Richtlinie ausdrücklich nur leihweise- dafür aber auf unbeschränkte Dauer – überlassen. Fast wäre der Clou gelungen, hätten nicht mehrere der Unbestechlichen wiederholt bei der Complianceabteilung nachgefragt, wie mit der Dauerleihgabe zu verfahren sei. Verkaufspreis ermitteln, mit Compliancerichtlinie abgleichen und dann – da deutlich über der Freigrenze – zurückschicken? Weit gefehlt. Schon ein alter römischer Rechtssatz lautet schließlich „compliancus non calculat“. Die Complianceabteilung schlug stattdessen lieber vor, die beschenkten oder eher beliehenen Kollegen sollten nach eigenem Ermessen einen Wert für das nunmehr ja gebrauchte Gerät vorschlagen.

Das Verfahren läuft noch. Es ist aber anzunehmen, dass genauso viele Kollegen einen über der Freigrenze liegenden Gebrauchtpreis angeben, wie noch an das Christkind glauben das ihnen dann hoffentlich als Dank ein vergleichbares Gerätunter den Tannenbaum legt. Sie finden das falsch? Es geht Ihnen ums Prinzip? Oder hat Ihnen dieses Jahr noch niemand etwas geliehen? Naja, ein bisschen Zeit ist ja noch bis Weihnachten.

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