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Online-Glücksspiel als Speerspitze der Geldwäsche in Deutschland

Die Deutsche Welle veröffentlichte diese Woche nach einem Gespräch mit Ingo Fiedler, Wirtschaftswissenschaftler an der Universität Hamburg, einen Artikel, der über die Geldwäsche beim Online-Glücksspiel alarmiert.

In Deutschland gäbe es weiterhin kein hinreichend reguliertes System, nach welchem die Anbieter Lizenzen erhalten und dadurch überprüfbar würden, so Fiedler. Der Rückzug Schleswig-Holsteins in den Glücksspielstaatsvertrag dürfte der Problematik eher schaden als nutzen, da der gesamtdeutsche Glücksspielstaatsvertrag sehr wahrscheinlich vom EU-Gerichtshof abgewiesen werde. Aufgrund dieser unklaren Gesetzeslage besteht auch bei Behörden und Banken Unsicherheit, ob und wie mutmaßliche Vergehen verfolgt werden können und ob eventuelle Indizien oder Beweise überhaupt vor Gericht bestand hätten.

Das Beispiel Italien zeigt das Ausmaß von Online-Glückspiel: Nach Schätzungen italienischer Behöreden verdiene die Mafia über Geldwäsche in nicht-lizensierten Online-Kasinos etwa achtmal soviel wie der Staat durch lizensierte Anbieter über Steuern einnimmt. Dafür würden kleine Online-Kasinos genutzt, die in Drittländern nicht nachvollziehbare hohe Gewinne erwirtschafteten, welche sich die Besitzer legal auszahlen können.

Für Deutschland schätzt der Bund deutscher Kriminalbeamter einen Betrag von circa 50 Milliarden Euro, der jährlich aus illegalen Geschäften reingewaschen wird. Trotz knapp 13.000 Anzeigen wegen des Verdachts auf Geldwäsche allein im Jahr 2011 könnte man damit rechnen, nicht mehr ein Prozent dieses Betrages durch Ermittlungen sicherzustellen.

Dr. Ingo Fiedler hat in den letzten Jahren mehrere Studien zum Thema Online-Poker publiziert und wies im Gespräch mit der Deutschen Welle darauf hin, dass es deutliche Anzeichen gäbe, dass in Deutschland Glücksspielanbieter vermehrt von der italienischen Mafia zur Geldwäsche genutzt würden. Die Gesetzeslage in Deutschland sei derzeit noch weitestgehend unwirksam gegen diese Geldwäsche. Laut Ingo Fiedler gäbe es Indizien, dass Online-Spielbörsen vermehrt aufgekauft oder gegründet werden. Der Sitz dieser Glücksspielfirmen liege meist in Steuer- und Rechtsoasen. Ein Informationsaustausch zwischen den Ländern findet nicht statt.”, erklärt Fiedler. “Niemand kann nachprüfen, woher das Geld kommt. Aber an die Eigentümer des Unternehmens kann es ganz legal ausgezahlt werden.”

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