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„Entsprechenserklärung“ zur Frauenquote in Aufsichtsräten?

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den geringen Anteil von Frauen in Führungspositionen der deutschen Wirtschaft in ihrer Rede vor dem Bundesdelegiertentag der Frauen-Union in Duisburg als „nicht hinnehmbar“ bezeichnet. Sie rügte außerdem die nach wie vor oftmals schlechtere Bezahlung von Frauen.

Die Frauen-Union will es nicht bei warmen Worten belassen und fordert nach norwegischem Vorbild eine Frauenquote in deutschen Aufsichtsräten. In Norwegen müssen per Gesetz 40% aller Aufsichtsratsmandate mit Frauen besetzt werden. „Wenn alle Appelle nichts nützen, kann das auch für Deutschland eine Option sein“, erklärte die Vorsitzende der Frauen Union, Maria Böhmer. In der Duisburger Erklärung der Frauen-Union wird außerdem eine Art Entsprechenserklärung gefordert: „Unternehmen sollen verpflichtet werden, regelmäßig über die Förderung der gleichberechtigten Teilhabe von Frauen in ihrem Unternehmen zu berichten.“ Damit greift die Frauen-Union eine Forderung der Hans-Böckler-Stifuntg aus dem Jahr 2005 auf, die eine entsprechende Ergänzung des DCGK gefordert hatte. Kanzlerin Merkel sprach sich hingegen klar gegen eine gesetzliche Regelung aus. Eins steht jedoch fest: Während die Mittel und Wege zu mehr Frauen in deutschen Aufsichtsräten noch umstritten sind, besteht weitestgehend Einigkeit darüber, dass Unternehmen auf die Expertise der Frauen auf Dauer nicht verzichten können.

Die Schlagzeile der Rheinischen Post „Merkel fordert mehr Frauen in Führungspositionen“ vom 17.08.2009 ist übrigens nicht neu.  Die gleiche Überschrift trug bereits eine Presseerklärung der Bundeskanzlerin aus dem Jahr 2007. Ist die Forderung also nur alter Wein in neuen Schläuchen? Oder ist die stärkere Berücksichtigung von Frauen in Aufsichtsräten eine Lektion, die wir endlich lernen sollten?

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