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Deutsche Unternehmen gehen bewusster mit der Gefahr durch Wirtschaftskriminalität um als noch vor zehn Jahren. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die Emnid im Auftrag von PWC erstellt hat. 40 Prozent der Firmen fürchten laut einer Studie die rufschädigende Wirkung der Verbrechen. 2001 waren es gerade mal zehn Prozent. Jedes achte börsennotierte Unternehmen registrierte zudem nach Bekanntwerden einer Straftat einen Rückgang des Aktienkurses. Als Konsequenz haben die Manager deshalb ihren Schutz gegen Wirtschaftskriminelle verbessert. 59 Prozent der Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern haben mittlerweile Anti-Korruptionsprogramme.

Dadurch ist die Zahl der Delikte im Vergleich zu 2009 deutlich gesunken. Vor zwei Jahren meldeten sogar noch 61 Prozent der befragten Unternehmen, Opfer von Unterschlagung, Korruption oder Industriespionage geworden zu sein. In diesem Jahr sank der Wert auf 52 Prozent. Die Höhe des durchschnittlichen Schadens ist dabei allerdings deutlich gestiegen. Laut PwC beziffern die Unternehmen die Kosten durch wirtschaftskriminelle Handlungen auf rund 8,4 Millionen Euro. Zwei Jahre zuvor waren es noch 5,6 Millionen Euro. Das liegt laut PwC an einer Reihe überdurchschnittlich hoher Schäden. So würden drei Prozent der befragten Firmen Schäden von mehr als 100 Millionen Euro angeben. Dazu kämen steigende Kosten für die Aufarbeitung der Straftaten.

Interessant: Jede zweite Wirtschaftsstraftat wird der Studie zufolge von einem Mitarbeiter des geschädigten Unternehmens begangen. Dabei stamme ein großer Teil der Täter aus dem Top-Management. Die Konzerne messen dabei jedoch offenkundig mit zweierlei Maß: Bei Tätern aus der Führungsebene erfolgte viel seltener eine Strafanzeige als bei den übrigen Beschäftigten. Gestärkt wird dagegen die Prävention: Mehr als die Hälfte der Unternehmen in der Studie hat mittlerweile ein Compliance-Programm, das wirtschaftskriminellen Handlungen vorbeugen soll. Compliance scheint also innerhalb der Unternehmen auch an Akzeptanz zu gewinnen.

Auch wenn die Fälle von Korruption zeigen, dass die vorbeugenden Maßnahmen offenbar noch nicht immer so recht funktionieren: Mit zwölf Prozent liegt der Anteil der betroffenen Unternehmen hier auf dem Niveau der Vorjahre. Gut jedes vierte Unternehmen ist außerdem davon überzeugt, aufgrund illegaler Einflussnahmen von Wettbewerbern mindestens einmal bei einer Ausschreibung nicht zum Zuge gekommen zu sein.

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Viele Manager verfügen nicht über die Mittel und ausreichende Unterstüt-zung, um das Engagement ihrer Mitarbeiter nachhaltig zu verbessern. Das zeigte eine Umfrage, die Aon Hewitt unter 700 Führungskräften in zehn europäischen Ländern durchgeführt hat. Obwohl der Kampf um die besten Talente weiterhin tobt und die im Schnitt geringen Gehaltssteigerungen fast vollständig durch die Inflation aufgefressen werden, beschäftigen sich nur 15 Prozent der Führungskräfte mehr als zehn Tage im Jahr mit der Durchführung und Auswertung von Mitarbeiterbefragungen sowie der Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen zur Steigerung des Engagements. Der Großteil investiert nur zwei bis fünf Tage. Dabei sind genau die mittleren Führungskräfte durch ihren täglichen Kontakt zu den Mitarbeitern der Schlüssel zu deren Engagement. Die zugrundeliegende Gleichung ist dabei ganz einfach: Je engagierter der Manager, desto engagierter die Mitarbeiter. Der Ball liegt also bei den Unternehmen. Sie müssen die richtigen Bedingungen schaffen und das mittlere Management in seiner Funktion als Engagement-Multiplikator stärken.

“Viele Unternehmen überprüfen das Engagement-Level ihrer Mitarbeiter”, so Michael Hermann, Engagement Lead Central Europe bei Aon Hewitt. “Aber nur die wenigsten nutzen die Ergebnisse. Die Studie zeigt, dass sich Manager nicht ausreichend Zeit nehmen und oft nicht wissen, wie sie die Resultate interpretieren sollen. Sieben Prozent werfen noch nicht einmal einen Blick darauf.” Wie die Untersuchung außerdem zeigt, sind das vor allem die unterdurchschnittlich engagierten Führungskräfte. Der Engagement-Grad dieser Gruppe liegt bei nur 27 Prozent im Vergleich zu 63 Prozent bei den aktiv handelnden Managern. “Das bedeutet, dass eine starke Engagement-Kultur und -Strategie, die über alle Ebenen greift, die beste Grundlage ist, Engagement nachhaltig zu beeinflussen”, interpretiert Hermann die Ergebnisse. “Diese beinhaltet auch die Befähigung des mittleren Managements in Sachen Engagement. Einige der Unternehmen, die als “Best Employer” gelten, setzen das bereits mustergültig um.” Statt lediglich die Mitarbeitermotivation einmal im Jahr zu messen, schnüren diese Aufgabenpakete, die das Mitarbeiterengagement in den beruflichen Alltag des Managers integrieren und geben ihm entsprechende Werkzeuge an die Hand. “In den meisten Unternehmen ist das aber noch nicht angekommen”, so Hermann.

Aus den Ergebnissen der Untersuchung hat Aon Hewitt Erfolgsfaktoren erarbeitet, die dazu beitragen, das mittlere Management zum starken Glied in der Engagement-Kette auszubilden.

1. Im gesamten Unternehmen braucht es ein gemeinsames und gelebtes Verhalten, bei dem die Motivation der Mitarbeiter zentral ist.

2. Manager brauchen Unterstützung: Die Vorgesetzten des mittleren Managements agieren in einer Vorbildfunktion. Sie zeigen das richtige Verhalten im täglichen Umgang und leisten gegebenenfalls Hilfestellung bei Fragen.

3. Manager brauchen das Bewusstsein, dass nicht die HR-Abteilung allein für Engagement verantwortlich ist, ihnen aber zur Seite steht.

4. Das richtige Handwerkszeug ist Trumpf: Führungskräfte müssen lernen, wie Ergebnisse zu interpretieren und zu bewerten sind. Workshops der HR-Abteilung können hier helfen.

5. Manager brauchen Ziele: Sie müssen genau wissen, was von ihnen erwartet wird. Kennzahlen zum Thema Engagement einzuführen erleichtert die Erfolgsmessung und zeigt Führungskräften, ob sie auf dem richtigen Weg sind.

6. Manager brauchen Beweise: Sie sollten anhand von konkreten Beispielen aufgezeigt bekommen, wie Engagement den Unternehmenserfolg und ihr eigenes Handeln das Mitarbeiterengagement beeinflusst.

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Der Information Reporting Program Advisory Committee (IRPAC), ein beratender Ausschuss des Internal Revenue Service (IRS) hat in seinem am Mittwoch vorgestellten Jahresbericht darauf hingewiesen, dass die Umsetzung des Foreign Account Tax Compliance Act (FATCA) mit ausländischen Gestezen kollidieren könnte. Das berichtet die Accounting Today.

FATCA verlangt von ausländischen Finanzinstituten, Informationen über die Rechnungslegung von US-Steuerzahlern und ausländische Unternehmen, an denen US-Steuerzahler eine wesentliche Beteiligung halten, an die IRS zu übermitteln.

In der neuen IRPAC Bericht, warnte der Ausschuss vor den Auswirkungen der neuen Anforderungen. „Die Verpflichtungen, die FATCA ausländischen Finanzinstituten auferlegt stehen möglicherweise in einigen Punkten im Widerspruch zu gesetzlichen Beschränkungen für solche Institute nach ausländischem Recht „, so der Bericht. „IRPAC empfiehlt, dass die IRS die Existenz solcher Einschränkungen bei der Formulierung von Leitlinien unter FATCA berücksichtigt.“ Zum Beispiel könnte FATCA-Meldepflicht potenziell die Privatsphäre oder Datenschutzgesetze im Ausland verletzen. Ausländische Banken könnten auch von der Erhebung der Quellensteuer, insbesondere auf durchgeleitete Zahlungen, befreit werden.

Der Bericht stellte fest, dass die vom IRS vorgesehene Übergangszeit möglicherweise für Finanzinstitute zu kurz sei. Es müssten Systeme aufgebaut und Due Dilligence Prozesse durchgeführt werden. IRPAC empfahl außerdem, dass die IRS weitere Hinweise erlassen solle, die zusätzliche Zeit für die Banken vorsehe, die die zur Erhebung der Quellensteuer benötigten Systeme entwickeln würden und außerdem auch Regeln für die Identifizierung von betroffenen ausländischen Finanzinstituten und Verfahren aufzustellen, damit die Finanzinstitute sicherstellen könnten, ob und inwieweit ein Kontoinhaber der FATCA unterfalle. IRPAC empfahl auch ausdrücklich die Formulare zu überarbeiten, damit diese weniger verwirrend seien.

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Verbrechen lohnt sich nicht? Von wegen. Laut einer jüngsten Uno-Untersuchung erreicht die Summe des weltweit aus Verbrechen erlösten Geldes fast drei Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung. Darüber berichtet das Handelsblatt.

Kriminelle haben im Jahr 2009 weltweit rund 1130 Mrd. Euro Schwarzgeld gewaschen. Zu diesem Ergebnis kommt das Uno-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (Unodoc) mit Sitz in Wien in einer Studie. Die Summe des weltweit gewaschenen Geldes habe 2,7 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung erreicht, heißt es in dem Bericht, der am Dienstag in Marrakesch und Wien veröffentlicht wurde. Die größten Summen dabei stammten aus dem Drogenhandel und anderen Bereichen des organisierten Verbrechens.

Der Unodoc-Studie zufolge wird nur ein Prozent der illegalen Geldflüsse aufgespürt und eingefroren. Korruption könne eine wesentliche Rolle dabei spielen, den Transfer illegaler Geldflüsse in legitime weltweite Finanzströme zu ermöglichen, hält Unodoc-Chef Yury Fedotov in dem Bericht fest. Ziel der Studie sei es, Kapazitäten aufzubauen, um Geldwäsche aufzudecken und zu verhindern.

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Die Staatsanwaltschaft Ravensburg hat erstmals Details zu den möglichen Compliance-Verstößen beim Motorenhersteller Tognum öffentlich gemacht. Unter anderem werden Provisionszahlungen an Vertriebsvermittler in Südkorea in Höhe von rund 26,7 Mio EUR auf ihre Rechtmäßigkeit überprüft, wie die Strafverfolgungsbehörde am Mittwoch mitteilte. Mehr als die Hälfte des Geldes, das zwischen 2000 und 2011 geflossen ist, floss nach Angaben der Ermittler auf Offshore-Konten.

Laut Staatsanwaltschaft hat Tognum den Ermittlungsbehörden die „uneingeschränkte Unterstützung bei der Aufklärung“ der Sache zugesichert. Der Aufsichtsrat des Unternehmens, das vor kurzem von Daimler und Rolls-Royce übernommen worden ist, befasst sich heute mit der Thematik. Tognum-Chef Joachim Coers hatte nach Bekanntwerden der Unregelmäßigkeiten in Asien eine gründliche Aufarbeitung des Sachverhalts angekündigt. Tognum hatte den Stein selbst ins Rollen gebracht und vergangene Woche die Staatsanwaltschaft über möglichen Unregelmäßigkeiten in Asien Kenntnis gesetzt. Tognum-Chef Joachim Coers gestand in einem im Intranet des Motorenherstellers veröffentlichten Interview mögliche Verstöße gegen interne Richtlinien ein und stellte das „sofortige Beenden von Missständen“ in Aussicht.

Eine Daimler-Sprecherin erklärte: „Wir gehen davon aus, dass Tognum den Fall mit höchster Sorgfalt zur Klärung bringen wird. Compliance ist von Daimler von zentraler Bedeutung“. Teile der zwielichtigen Zahlungen fanden möglicherweise in der Phase statt, als die damalige MTU Friedrichshafen noch zu den Stuttgartern gehörte. Daimler hatte die Ex-Tochter 2005 an den schwedischen Finanzinvestor EQT verkauft, der die damalige MTU Friedrichshafen dann 2007 als Tognum an die Börse brachte. Im Frühjahr sicherte sich Daimler dann im Zuge eines 3,4 Mrd EUR schweren Übernahmeangebots gemeinsam mit Rolls-Royce wieder fast alle Anteile des Traditionsunternehmens.

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Das Ausscheiden des langjährigen Mercedes-Chefs in den USA Ernst Lieb am Montag soll wegen Verstößen gegen die Compliance-Richtlinien des Daimler-Konzerns erfolgt sein. Ernst Lieb soll sein Haus in der Nähe von New York auf Kosten von Daimler luxuriös ausgebaut haben, berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf einen Daimler-Manager. Außerdem habe Lieb Beiträge für einen Golfklub abgerechnet, den er privat nutzte. Der Manager war am Montag freigestellt worden. Auch soll es zu „Gefälligkeitsgeschäften“ gekommen sein, als mögliches Beispiel nannte ein Informant das Ausleihen von Autos im Gegenzug für einen Upgrade bei einer Flugreise. Im Umkreis von Mercedes USA wird darüber spekuliert, ob ein interner „Whistleblower“ die Verstöße von Lieb weitergab.

Was Kollegen und Händler in den USA den Atem verschlägt: Wie wenig man sich in Stuttgart trotz guter Leistungen für Lieb einsetzte. Nur Vertriebschef Joachim Schmidt soll ihm die Stange gehalten haben. Das reichte nicht, bei Daimler weht ein scharfer Wind. Von ganz oben ist die Leitlinie „Zero Tolerance“ vorgegeben. Doch zahlt Daimler einen Preis: Lieb genoss das Vertrauen der US-Händler – eine Beziehung, die unter seinen Vorgängern als zerrüttet galt. Mit sofortiger Wirkung führt US-Finanzchef Herbert Werner die Geschäfte, der aber als reine Übergangslösung gilt.

In den ersten neun Monaten 2011 hatte Ernst Lieb in den USA mit einem Absatzplus von 10% Prozent glänzende Zahlen vorgelegt. Sein Ausscheiden hatte deshalb zunächst Rätselraten über die Gründe ausgelöst. Die Botschaft aus der Stuttgarter Zentrale ist jedoch eindeutig: Wer sich nicht an die Regeln hält, fliegt. Ganz gleich wie erfolgreich, ganz gleich wie loyal. 36 Jahre lang war Ernst Lieb für den Daimler-Konzern tätig.

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Mehr als 10.000 Menschen haben in Kuwait-Stadt die Entlassung des Ministerpräsidenten Scheich Nasser Mohammed el Ahmed el Sabah gefordert. Auf der bisher größten Kundgebung gegen die Regierung machten die Oppositionsführer Scheich Nasser erneut für weitverbreitete Korruption in dem ölreichen Golfstaat und für Missstände im Staatsdienst verantwortlich. Das berichtet die Deutsche Welle. Offenbar in Zusammenhang mit dieser Affäre war Außenminister Scheich Mohammed Sabah Al Salem Al Sabah zurückgetreten. Das Emirat wird seit 2006 von einer Reihe politischer Krisen und Skandale erschüttert. Das Parlament wurde drei Mal aufgelöst, es gab mehrere Regierungswechsel.

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In einer Anhörung des Finanzausschusses über den Gesetzentwurf zur Optimierung der Geldwäscheprävention sind die Meinungen der Sachverständigen weit auseinander gegangen. Ein Vertreter der Bundesanstalt für Finanzdienstleistung (BaFin) warf einem Vertreter der Fima „Lekkerland“ sogar vor, die Abgeordneten „hinters Licht zu führen“, berichtet der Pressedienst des Bundestags.

Bei dem von der Bundesregierung vorgelegten Gesetzentwurf geht es unter anderem um erweiterte Sorgfalts- und Meldepflichten zur besseren Bekämpfung der Geldwäsche. Bestimmte Pflichten sollen auf Teile des Nichtfinanzsektors (u.a. Immobilienmakler, Spielbanken, Steuerberater und Rechtsanwälte) ausgeweitet werden. Außerdem sollen persönliche Daten beim Erwerb von Prepaid-Karten erfasst werden und Betriebe mit mindestens neun Beschäftigten einen Geldwäschebeauftragten ernennen müssen.

Insbesondere die Einführung eines Geldwäschebeauftragten stieß auf massiven Widerstand bei der Wirtschaft. Dies bedeute „eine nicht erforderliche Überregulierung und neue Bürokratie“, hieß es in einer gemeinsamen Stellungnahme des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). „Zu der Verpflichtung zur Bestellung diverser Beauftragter käme ein weiterer Beauftragter hinzu, der geschult oder für die Erfüllung dieser Aufgabe freigestellt werden müsste“, schrieben die Verbände in einer gemeinsamen Stellungnahme. Professor Katharina Beckemper (Universität Leipzig) erklärte, bereits die Pflicht zu Ernennung von „Anti-Korruptions-Beauftragten“ habe zu einer unglaublichen Mehrbelastung besonders in Behörden geführt. Es werde aber überwiegend nicht die Korruption bekämpft, sondern es würden Geschenke kontrolliert.

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) protestierte gegen die geplante Regelung, dass beim Vertrieb von „E-Geld“ (Prepaid-Karten) künftig in allen Fällen die persönlichen Daten des Kunden festgestellt werden müssen. Dadurch hätten 60.000 Verkaufsstellen von Bäckereien, die auch solche Karten vertreiben würden, künftig die Personalien festzustellen. „Das ist das Gegenteil von Bürokratieabbau“, warnte der ZDH. BDI und BGA sprachen sich dagegen aus, dass selbst Supermärkte und Tankstellen eine Identifizierung ihrer Geschäftspartner vorzunehmen hätten. Der Vertreter von „Lekkerland“, eine Firma, die Tankstellen und Kioske beliefert, sprach die Erwartung aus, dass es für die kleinen Betriebe mit dem Prepaid-Geschäft vorbei sein werde, wenn die Regelung unverändert in Kraft treten werde.

Vertreter von Finanzaufsicht, Sicherheitsbehörden und Gewerkschaften widersprachen den Argumenten der Wirtschaft heftig. Es gehe nicht um Prepaid-Aufladungen des Handys, sondern um völlig anonyme Karten, die gekauft würden und deren Gegenwert an Automaten in bar ausgezahlt werden könne. Auch der Vertreter des Bundeskriminalamtes (BKA) sagte, es sei für Kriminelle „äußerst lukrativ das zu nutzen“. Man sehe bisher nur einen Bruchteil der Aktivitäten. Mit dem E-Geld könne das Geld in einem Bruchteil von Sekunden rund um den Globus transferiert werden. Diesen Transfers keine Personen zuordnen zu können, sei ein „Horrorszenario“. Die Entwicklung sei dramatisch.

Die Deutsche Zoll- und Finanzgewerkschaft und die Deutsche Steuer-Gewerkschaft begrüßten den Gesetzentwurf. Im Bereich der Geldwäschedelikte sei davon auszugehen, dass in Deutschland über 50 Milliarden Euro gewaschen würden.

Kriminalexperten haben der Bundesregierung massive Fehler im Vorgehen gegen Geldwäsche vorgeworfen. »Seit Beginn der Geldwäschebekämpfung ist zu keinem Zeitpunkt eine deutsche Gesamtstrategie oder Initiative erkennbar«, kritisierte der Bund Deutscher Kriminalbeamter in einer Stellungnahme in der Expertenanhörung des Bundestags-Finanzausschusses am Mittwoch. Auch beim aktuellen Entwurf für ein Geldwäschebekämpfungsgesetz habe die Regierung erst auf Druck von außen reagiert. Sie versuche, »vor den Augen der internationalen Öffentlichkeit das Gesicht zu wahren und Sanktionen zu entgehen«.
Die Bundesregierung hat nach Kritik der Wirtschaftsorganisation OECD und der EU-Kommission schärfere Vorschriften gegen Geldwäsche auf den Weg gebracht. Damit soll das Geldwäschegesetz internationalen Standards angepasst werden. Zudem soll die Zentralstelle für Verdachtsanzeigen an die Standards des internationalen Gremiums zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung (FATF) angepasst werden.
Eigentlich sollte die EU-Geldwäscherichtlinie bis Ende 2007 national umgesetzt sein. In Deutschland sind die Bundesländer für die Kontrolle der Geldwäschebekämpfung zuständig, doch nicht alle Länder haben das rechtzeitig umgesetzt.

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Berliner Bürger können jetzt einem Vertrauensanwalt Hinweise zu einem Verdacht auf Korruption in der Verwaltung geben. Justizsenatorin Gisela von der Aue (SPD) unterzeichnete einen entsprechenden Vertrag mit Rechtsanwalt Christoph Partsch, teilte die Justizverwaltung am Freitag mit. Die Senatorin setzte damit einen entsprechenden Auftrag des Abgeordnetenhauses vom Juli 2010 um. Der Anwalt ist für die Senatsverwaltungen, die nachgeordneten Behörden und die Einrichtungen zuständig, in denen das Land im Aufsichtsrat sitzt. Er behandelt Korruptions-Hinweise vertraulich.

Die Einrichtung dieser Stelle sei die vierte Säule im Landeskonzept zur Bekämpfung der Korruption, hieß es. Die erste Säule bildet die hierfür eingerichtete Spezialabteilung der Staatsanwaltschaft Berlin. Sie arbeite eng zusammen mit den für die Ermittlung korruptionsrelevanter Sachverhalte zuständigen drei Kommissariaten beim Landeskriminalamt Berlin.

Die zweite Säule der Korruptionsbekämpfung in Berlin sei die seit 1998 bestehende Zentralstelle für Korruptionsbekämpfung. Sie untersteht unmittelbar der Generalstaatsanwaltschaft Berlin, unterliegt keinen Weisungen von anderer Stelle und wird derzeit von einem Leitenden Oberstaatsanwalt geführt.
Die dritte Säule der Korruptionsbekämpfung ist die seit 1995 bestehende, ressortübergreifende Anti-Korruptions-Arbeitsgruppe des Landes Berlin unter Leitung der Justizverwaltung. Ihr gehören Fachleute sämtlicher Berliner Verwaltungen einschließlich der Staatsanwaltschaften und des Landeskriminalamts sowie zwei Mitarbeiter des Rechnungshofes von Berlin an.

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Der Bestechungsskandal rund um Media-Saturn weitet sich aus: Fünf Personen wurden am Mittwoch in Haft genommen. Darunter ist auch ein Top-Manager der Unternehmenszentrale von Media-Saturn in Ingolstadt, berichten Kenner der Vorgänge. Insgesamt waren laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung Bestechungsgelder an Manager von Media-Saturn und ihre Familienangehörigen in Höhe von 3,5 Millionen EUR geflossen. Denn für die Wetzlarer Firma Marketing-Vision, die laut Überzeugung der Staatsanwälte anscheinend das Geld verteilte,, ging es um viel Geld: Sie soll rund 50 Millionen EUR Provision von Media-Markt dafür erhalten haben, in den Märkten von Media-Markt und Saturn DSL-Verträge zu verkaufen.

Das Geld wurde über ein Immobiliengeschäft in den USA und über Firmen der Ehefrauen der Media-Markt-Mitarbeiter „gewaschen“. In einem Fall soll der Chef von Marketing-Vision über eine Zweit-Firma anscheinend sogar 800 000 EUR auf einen Schlag an eine Firma ausgezahlt haben, an der die Frau eines Media-Managers beteiligt war.

„Wir gehen von besonders schweren Fällen der Bestechung und der Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr aus“, sagt der Leitende Oberstaatsanwalt Reinhard Nemetz. Damit drohen Haftstrafen von bis zu fünf Jahren. Insgesamt sollen drei Beschuldigte Bestechungsgelder kassiert haben. 15 weitere Personen werden der Beihilfe beschuldigt.

Bemerkenswert ist auch, dass der Skandal durch Whislteblowing ins Rollen gebracht wurde: Eine Reihe anonymer Briefe gingen bei Staatsanwaltschaft und Media-Markt ein, in denen das Korruptions-Geflecht genau und präzise geschildert wurde. Der Verfasser oder die Verfasserin kannte sich offensichtlich sehr gut aus.
Viele Details sind noch offen. Gegen ein Mitglied der obersten Geschäftsführung von Media-Saturn wird laut Süddeutscher auch noch ermittelt, doch er sitzt nicht in Untersuchungshaft. Es läuft jedoch eine Sonderprüfung der Revision gegen den verdächtigen Manager.

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